Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1339407
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Vierunddreissigste Lection. 
Zusatz. 
am folgenden Tage mit dem Firniss und kann dies einzeln in 
kleinen Stellen thun, nur immer sehr dünn und ohne Ränder 
stehen zu lassen. Auch das Uebermalen der geiirnissten Stellen 
schiebt man besser um einen Tag hinaus, obgleich der Firniss 
nach einer oder zwei Stunden so trocken ist, dass man es allen- 
falls da schon thun könnte. 
Man ist durchaus nicht genöthigt, das ganze Bild mit dem 
Firniss zu überziehen, wenn man eben nur eine einzelne Stelle 
zu übergehen wünscht, aber man muss sich hüten, dann Gefirniss- 
tes und nicht Gefirnisstes zu übermalen, es sei denn, dass letzte- 
res vollkommen trocken, also einige Monate alt ist, weil sonst 
derselbe Ton, wie oben angegeben, verschieden auftrocknet. 
Soll der Firniss bei fertigen Gemälden als Schutz dienen, 
so muss er mehrmals wiederholt werden, ehe er als genügend 
gegen die schädlichen Einflüsse der Atmosphäre betrachtet wer- 
den könnte, da jeder einzelne Ueberzug so ausserst dünn ist. 
Jede Wiederholung kann den folgenden Tag oder nach jedem 
beliebigen Zwischenraum, selbst nach Jahren vorgenommen wer- 
den. Hat er aber durch genügende Wiederholungen die nöthige 
Stärke erlangt, so würde allerdings auch von ihm wohl gelten, 
was von allen Spiritusiirnissen bemerkt ist, dass er zwar von aus- 
seren Einflüssen leiden, aber nicht abgenommen werden kann oder 
nur in sehr gefahrlicher Weise für das Gemälde. 
Zur Conservirung fertiger Bilder scheint mir daher folgendes 
Verfahren das zweckdienlichste zu sein. Man überzieht zuerst 
das Bild mit französischem F irniss einmal und wenn dieser trocken 
ist mit Mastixürniss, beides natürlicherweise, wenn das Bild ge- 
nügend trocken ist, oder wenigstens den Mastix erst dann. Muss 
dieser später einmal aus irgend einem Grunde abgenommen wer- 
den, so bleibt immer die Malerei durch den darunter liegenden 
französischen F irniss, der nur mit Spiritus aufzulösen ist, geschützt. 
Man erhält diesen Vernis a tableaux Nr. 3 et a retoucher 
1a peinture a Phuile von Soehnee freres (gewöhnlich französischer 
Firniss genannt) in allen soliden Handlungen, die Malerutensilien 
verkaufen, doch muss man sicher sein, dass derselbe auch aus 
obiger Fabrik bezogen ist, denn kein nachgeahmter, so ähnlich 
er jenem ächten erscheinen mag, hat vollständig die guten Eigen-
        

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