Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1339290
Firnissen. 
Vorsichtsmassregeln beim 
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es herausziehen, 
zurückbleibt. 
SO 
dass 
dabei 
eine 
IIUI 
möglichst 
geringe 
Spur 
Wiederholung aller Vorsichtsmassregeln, die 
Allgemeinen zu beobachten hat. 
man 
im 
1) Man tauche den Dachspinsel nur bis zur Hälfte der Haare 
ein und streiche ihn am Rande des Gefasses ab, um das  
Ueberliüssige abzusetzen. 
2) Man trage den Firniss nach Vorschrift ziemlich geschwind, 
jedoch ohne den Pinsel gar zu schnell zu führen, streifen- 
weise auf, indem man unmittelbar rechts neben dem ersten 
Streifen und zwar immer oben wieder anfängt. 
3) Man trage ihn gleichförmig auf und so, dass der Pinsel 
nicht ein Mal voller ist, als das andere Mal. Man streiche 
wenig auf, jedoch überall und sehe öfter von der Seite, ob 
eine Stelle vergessen ist, allein man übergehe eine und eben 
dieselbe Stelle nicht öfter, als ein oder höchstens zwei Mal, 
denn sonst tragt man mehr auf, als nöthig ist, und je mehr 
man suchen würde ihn auszubreiten und auszugleichen, desto 
mehr würden sich die Ungleichheiten der Dicke mehren. 
4) Führt man den Pinsel gegen das erste Mal in die Quere, so 
nehme man keinen Firniss, nur muss dann auch unsere Be- 
wegung geschwinder sein, weil der Firniss nicht mehr so 
flüssig ist, als im Anfange, mithin keine Zeit zu verlieren ist. 
5) Man verstöpsele die Firnissflasche, sowohl wenn man heraus- 
gegossen hat, wo hinein der Pinsel getaucht werden sollte, 
als auch, wenn man wieder eingegossen, was man zu viel 
genommen hatte. 
6) Es ist leicht, auf einem kleinen Gemälde den Firniss gleich- 
mässig aufzutragen, allein keine leichte Sache, wenn es sich 
darum handelt, eine grosse Oberfläche damit zu bedecken. 
Ich rathe daher allen denjenigen, die darin ihre ersten Ver- 
suche machen, nicht eher grosse Gemälde zu iirnissen, als 
bis sie auf kleinen einige Erfahrung erlangt haben. 
7) Ist der Dachspinsel noch neu, so reinige man ihn sorgfältig 
 vom Staub, damit er keine Unreinlgkeiten absetzt.
        

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