Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1339259
Dreiunddreissigste 
Lection. 
Verfahren , 
um 
ein 
Gemälde 
mit 
dem 
F irniss 
ZU 
gut 
überziehen. 
Mit einem feinen Schwamm und klarem Wasser fängt man 
an, das Gemälde zu waschen und von aller Fettigkeit zu befreien, 
am besten ist es, das Bild unter einen Hahn zu stellen, aus wel- 
chem man auf dasselbe einen Wasserstrahl fallen lasst, während 
man es nach allen Richtungen mit dem Schwamm abwascht. Man 
muss behutsam darauf waschen, denn starkes Reiben auch nur 
mit reinem "Wasser kann die Lasuren und die zarten Retouchen 
beschädigenf  
 Vorher muss man sich vergewissert haben, dass in dem 
Schwamm keine fremden und harten Körper sind, als Steinchen 
und Stücke von läluschelschalen, was häufig der Fall ist, denn 
ohne diese Vorsicht würde man unfehlbar das Gemälde zer- 
kratzen.  
Ist dies geschehen, so nimmt man den grössten Theil des 
Wassers mit demselben Schwamm von dem Gemälde ab, nach- 
dem man ihn zuvor stark ausgedrückt hat. 
Damit nun keine Spur von Feuchtigkeit auf dem Gemälde 
zurückbleibt, muss es der Luft und Sonne ausgesetzt werden, 
um es vollständig zu trocknen, oder man bringt es im Winter, 
in einer Entfernung von vier bis fünf F uss, an Flammenfeuer, 
indem man es in den Händen dreht und wendet, um überall eine 
schwache und gleiche Wärme zu erhalten. Man betastet es hin: 
ten mit der Hand, um sich von der temperirten Wärme zu über- 
Bonvier, Oelmalerei. 4. Auß. 31
        

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