Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1339219
Bereifung 
des Mascixfinaiss 
kochendem 
Wasser. 
477 
SO 
vermeide 
man 
starkes 
Schütteln, 
11111 
den 
kleinen 
Bodensatz 
des Glases nicht aufzurühren. 
Ist der Firniss nicht an zu starkem Feuer bereitet und sind 
die Ingredienzien gut ausgesucht, so muss er nur eine etwas gelb- 
liche Farbe haben; er muss flüssig. sein und nicht das Ansehen 
von Syrup haben. 
 Wenn man Firniss machen will, so besorge man zuvor Alles, 
was zu dieser Operation nöthig ist, also den Glaskolben, der auch 
etwas erwärmt werden muss, man mache das "Feuer so an, dass 
keine Kohle Funken sprüht; man halte das Papier zur Handhabe 
bereit, den Trichter, das seidene Lappchen etc., denn man darf 
das Präparat, so lange es am Feuer steht, nicht aus den Augen 
lassen. Besonders muss man darauf Acht geben, dass an dem 
Glase und an dem Trichter nicht die geringste Feuchtigkeit ist. 
llch habe mich bis in die geringsten Kleinigkeiten eingelassen, da- 
mit diejenigen, welche sich meines Recepts bedienen wollen, vor 
jedem schädlichen Zufall bewahrt werden mögen, denn man kann 
in dieser Hinsicht nicht vorsichtig genug sein. 
Zweites 
Verfahren 
mit 
kochendem 
Wasser 
(Wasserbad). 
Eben dieser Firniss wird auch im Wasserbade verfertigt. 
Die Ingredienzien bleiben dieselben, auch das Glas, die Dosis, 
dieselbe Behutsamkeit etc. Der Unterschied besteht blos darin, 
dass man das Glas in kochendes Wasser stellt, anstatt über 
Feuer; zuerst muss man das Glas aber erwärmen, indem man es 
unten über die Dampfe des siedenden Wassers halt, ehe man es 
eintaucht; und wenn es einmal mit dem Material eingetaucht ist, 
so muss man das Feuer unter dem Topfe mit Wasser unterhal- 
ten, damit es bestandig im Sieden bleibt. 
Die Retorte mit den angegebenen Materialien muss ein oder 
zwei Zoll höher eingetaucht sein, als die darin enthaltenen Ingre- 
dienzien reichen. ,Der Mastix wird sich viel langsamer auliösen, 
als wenn er unmittelbar über dem Feuer wäre, wie dies bei dem 
vorhergehenden Verfahren der Fall war; allein er löst sich viel 
besser auf, wenn man das Wasser dieses heissen Bades beständig 
siedend erhält; der Firniss wird alsdann viel reiner und weisser.
        

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