Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1339209
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Lection. 
Zweiunddreissigste 
Mastixümiss. 
bringt man es behutsam auf die gelindeste Stelle am Feuer, die 
nur wie warme Asche sein darf. Man lasst es einen Augenblick 
auf dieser Stelle und rückt es nach und nach allmalig an ein 
etwas lebhafteres Feuer, allein man sehe sich vor, dass rings 
herum von dem Feuer keine Flammen und Funken sprühen 
können, um Unglück zu vermeiden. Man schüttelt die Flasche 
öfter, indem man sie an dem Henkel des Papiers halt, und rückt- 
sie endlich allmälig an die lebhafteste Stelle des Feuers. Man 
richte sein Auge beständig auf den Kolben und schüttele ihn 
öfters, besonders wenn man sieht, dass der Mastix anfängt sich 
aufzulösen. Man darf dies Ingredienz nicht hoch und niedrig 
schüttehi, sondern blos horizontal und ganz schwach, so dass 
es sich um sich selbst dreht, weil ein einziger Tropfen, der inls 
Feuer fallt, sogleich das Ganze entzünden kann. 
Bemerkt man, dass sich im Glase ein kleiner Dampf bildet, 
so nehme man es behutsam fort und halte es an einen weniger 
heissen Ort, denn dies ist ein Beweis, dass sich die Essenz zu 
sehr erhitzt. Sieht man, dass aller Mastix geschmolzen ist, einige 
grobe Theile ausgenommen, so ist der Firniss fertig; man nimmt 
ihn vom Feuer und stellt ihn auf warme oder laue Asche, um 
einen zu schnellen Uebergang von der Warme zur Kalte zu ver- 
hindern. Nachdem es ein wenig erkaltet und während es noch 
lau ist, giesse man es in ein anderes dickeres Glas, und seihe es 
zugleich durch ein seidenes Sieb, wie ich gleich angeben werde. 
Man achte, dass die zweite Flasche nicht zu kalt ist, sondern 
lasse sie lau werden, sowie auch den gläsernen Trichter, den 
man zum Durchiiltriren braucht. 
In der eineh Hand hält 
Haarsieb über den Trichter, 
hutsam den Firniss durch. 
etwas eingebdgenes seidenes 
der anderen giesst man be- 
man ein 
und mit 
Man lässt den Firniss im nicht zugestopften Glase kalt wer- 
den, und erst wenn er ganz erkaltet ist, stopft man die Flasche zu, 
damit weder Unreinigkeit noch Staub hineinfallt und der Firnisg 
durch das Verdunsten nicht dick werde. Man lässt ihn zwei oder 
drei 'l'age ruhig stehen, damit sich auf dem Boden der Flasche 
noch Alles setzen kann, alsdann kann man ihxi mit aller Sicher- 
heit gebrauchen. Nimmt man aber das Firnissglas in die Hand,
        

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