Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1339173
Zweiuncldreissigste 
Lection. 
Terpentin 
oder 
Gemäldeürniss. 
Niemals muss man ein Gemälde mit Weingeistürniss oder 
einem dem ähnlichen überziehen, ausgenommen mit einem solchen, 
den ich jetzt angeben will, der aus Mastixkörnern gemacht 
ist, die in wohl rectiiicirter Terpentinessenz aufgelöst sind, und 
den man deshalb Gemaldefirniss nennt. 
Man kann diesen Firniss in allen Städten kaufen, wo einige 
Maler leben, allein er ist oft schlecht zubereitet und wird, nach- 
dem er auf das Gemälde gebracht worden ist, in kurzer Zeit 
gelb. Ein guter Gemaldefirniss muss fast so hell und flüssig sein, 
als das schönste Wasser. Ich will jetzt die Verfahrungsart an- 
geben, zuvor aber muss ich erklären, warum man den Spiritus- 
iirniss nicht gebrauchen darf, der übrigens, sowie einige andere, 
sehr schön und hell, aber dennoch zu verwerfen ist. 
Man muss einen Firniss von dem Gemälde abnehmen können, 
wenn er schmutzig und gelb oder durch Zufall beschädigt worden 
ist; der Spiritusfnrniss lasst sich aber nicht wegbringen, als nur 
durch ein gefahrliches Verfahren, das immer das Gemälde mehr 
oder weniger verändert, denn die ätzenden Wasser, indem sie den 
Firniss auflösen, zerstören zugleich fast alle Feinheiten und fast 
alle Lasuren. 
Alle übrigen hellen Firnisse haben denselben _Nachtheil, und 
andere haben eine so gelbe Farbe, dass man an ihren Gebrauch 
gar nicht denken darf. 
Ich will also zeigen, wie man selbst einen sehr guten Firniss
        

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