Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1334584
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Erste Lection. 
Gelb, 
etc. 
Chromgelb, Mineralgelb 
deren man sich 
Von verschiedenen anderen gelben Farben, 
nicht bedienen muss. 
Diese sind: 
1) das Chromgelb, 2) das Mineralgelb, 3) die gelben Lacke, 
4) Auripigment, 5) Stil de grain etc. 
Alle diese jetzt genannten Farben kann ich nicht zu den 
guten zählen, weil sie theils andere Farben, sogar sich selbst 
verändern, oder weil sie nicht dauerhaft sind. 
Das Chromgelb ist ein glänzendes, goldfarbiges Gelb, wel- 
ches gut deckt und sich gut behandeln lässt; allein es ist 
eine Farbe, welche sich und alle diejenigen Farben verändert, 
welche ihr beigemischt werden. Man kann es wagen, sich des- 
selben zu den höchsten Lichtern einiger gelben Stoffe und der 
Vergoldungen zu bedienen, wenn man es rein und trocken anwen- 
det, das heisst, wenn die untere Farbe ganz trocken ist und man 
frei darauf arbeiten kann, alsdann verändert es sich viel weniger. 
Allein wenn man es mit Weiss oder mit Berlinerblau vermischen 
wollte, so würde es abscheulich werden. Im Ganzen also ist es 
viel besser, gar keinen Gebrauch davon zu machen. Der helle 
und dunkle Ocker, je nach Bedürfniss, leistet viel bessere Dienste, 
verändert sich niemals, und wenn es unsere Absicht ist, ein sehr 
glänzendes Gelb hervorzubringen, so erreicht man dieses sehr 
leicht durch Lasuren mit Indisch Gelb, wenn sie trocken sind. 
"Das Mineralgelb dunkelt nach und verdirbt die anderen 
Farben, ist übrigens auch ganz überflüssig. 
Die gelben Lacke sind nicht dauerhaft, sie verlieren alle 
mehr oder weniger ihre Farbe. 
Der Lack von Antwerpen verblasst nicht, verliert aber seine 
gelbe Färbung und wird, der Luft oder Sonne ausgesetzt, 
bräunlich. 
Alle Auripigmente sind gefährlich und schädlich, weil sie viel 
Arsenik enthalten, der alle übrigen Farben zerstört, und aus die- 
sem Grunde zu verwerfen. 
Was das Schüttgelb, Stil de grain, betrifft, welches eine 
hübsche citronengelbe Farbe hat, so hat es gar keine Beständig- 
keit und wird in kurzer Zeit schmutzig weiss. Ich verwerfe es 
also mit allem Stil de grain aus England und anderen Orten,
        

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