Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1339063
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Dreissigste Lection. 
Grundirung. 
larbe anzubringen, als vielmehr einen dauerhaften Grund zu 
mischen. Man hüte sich auch Mennige und irgend ein schönes 
Gelb zu nehmen. Die Mennige ist an und für sich weiter nichts 
als ein stark calcinirtes Bleiweiss, und die schönsten gelben Far- 
ben, wie das Chromgelb oder Auripigment, sind mineralische 
Oxyde, vor denen man sich zu hüten hat. 
Wenn die ganze Anlage trocken ist, welches nach Verlauf 
einiger Stunden geschieht, so schleift man sie überall ganz leicht 
mit Bimstein, indem man den Ballen der linken l-land unter die 
Stelle legt, auf welcher man schleift, wie ich schon erklärt habe; 
und sollte der Pinsel durch den dicken Auftrag der Farbe einige 
Ungleichheiten zurückgelassen haben, so schleift man auf diesen 
Stellen etwas langer als auf den anderen, um das Ganze eben 
zu machen. 
Wenn man Pappe mit Leimfarbe grundirt, so muss man diese 
auf einem Brett ringsum annageln, damit sie nach der Grun- 
dirung ausgespannt bleibe. Es ist sogar. rathsam, sie nicht eher 
anzunageln, als bis man eine von den Lagen überstrichen hat und 
während diese noch feucht sind; dadurch wird sie noch besser 
aufgespannt, und alsdann gerader und ebener. 
Auf Papier und Pappe bedarf es nur einer Lage oder höch- 
stens zweier, wenn sie mit dem ersten Anstriche nicht gleich 
genug geworden sein sollten; denn hierbei kommt es nicht darauf 
an, die Textur auszufüllen, wie bei der Leinwand, mithin braucht 
es weniger Farbe, und wenn man davon zu viel auftrüge, so 
könnte sie abspringen, weil der Grund auf einen {glatten Körper 
aufgetragen wird. 
Bei dem Aufspannen des Papiers verfahrt man auf ver- 
schiedene Weise. Man braucht ein sehr glattes Brett, das oben 
und unten zwei Leisten von hartem Holze hat, damit sich das 
Holz nicht krumm zieht, was sonst gewöhnlich geschieht. Die 
hölzerne Tafel muss aus drei oder vier Stücken bestehen, an den 
Seiten zusammengeleimt sein, so dass die Jfasern des Holzes 
von oben nach unten gehen. Die beiden Leisten oder Bänder 
nehmen die entgegengesetzte Richtung zu diesen Holzfasern und 
gehen in die Quere der Tafel; alle Tischler verstehen das. Es 
kommt blos darauf an, dass das Holz sich nicht wirft.
        

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