Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1339044
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Lcction. 
Dreissigste 
Grundirung. 
ist, so setzt man noch eben so viel PfGlfGDtlIOII von gleichem Um- 
fange hinzu, der so weiss und rein sein muss, als man ihn irgend 
vom Droguisten haben kann. Man schlemmt und reinigt diese 
Erde von allen Unreinigkeiten und Sandkörnlern, man reibt sie 
mit einem Paar Umläufen des Läufers etwas an und noch nass 
vermischt man sie mit dem Kleister. 
Das Ganze muss die Consistenz eines etwas dicken Milch- 
rahms haben.  _ 
Ich setze voraus, dass die rohe Leinwand schon mit Leim 
getränkt, mit Bimstein geschliffen etc. ist, wie oben Seite 449 an- 
gegeben ist. Pappe, Holz oder Papier darf man nicht eher mit 
Bimstein abreiben, als bis der Grund aufgetragen ist.  
Man nehme einen grossen Pinsel von drei Zoll Lange und 
verhältnissmässiger Dicke und Durchmesser, so wie die Lackirer 
gebrauchen; man menge die Grundirung in dem TFopfe wohl unter 
einander rund trage diese Art von Gelbroth sehr geschwind 
auf I), und zwar gleichförmig nach dem Strich, ohne eine und 
eben dieselbe Stelle zweimal zu berühren, damit keine Ungleich- 
förmigkeiten entstehen und der Auftrag nicht zu dick wird. Denn 
die Leinwand verschluckt die Feuchtigkeit sehr schnell und die 
Farbe trocknet augenblicklich. 
Jedesmal, wenn man den Pinsel in den Topf taucht, muss 
man das Material umrühren, damit die Farbe immer die nämliche 
Consistenz behält. 
Diesen ersten Auftrag lasse man an der Luft trocknen, und 
wenn er trocken ist, mache man einen zweiten; ist dieser trocken 
geworden, einen dritten und sogar einen vierten, wenn es nöthig 
zu sein scheint, damit alle Löcher und Faden der Leinwand überall 
gleich verstopft und gedeckt werden. Wenn der Ueberzug gehörig 
aufgetragen, welches, wie schon gesagt, sehr geschwind geschehen 
L 
1) Man vergesse nicht, dass unter die Thonerde, die statt des WVeiss dient, 
halb hellgelber Ocker Nr. 4 und sehr wenig (höchstens ein Viertel) hellrother 
Ocker von Nr. 7 gemischt sein muss. Diese Mischung geschieht nicht nach 
dem Gewicht der Substanzen", sondern nach ihrem gleichen Umfange. Sollte 
das Gemenge etwas zu dick erscheinen, um es schnell und leicht ausstreichen 
zu können, so setzt man ein wenig Wasser hinzu, bis es die Cönsistenz einer 
_ guten Sahne erhält.
        

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