Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1339001
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Dreissigste Lection. 
Grundirung. 
Man kann mir mit Recht den Einwurf machen, dass sehr 
geschickte Künstler gerade solche Grundirunäen gebraucht haben, 
die ich verwerfe, und dass sie dennoch vortreffliche Werke gelie- 
fert haben. Es ist wahr, eine Färbulg der Grundirung kann 
weder Talent geben, noch nehmen; allein "davon ist die Rede 
nicht, sondern blos, um zu wissen, 0b diese oder jene Farbe der 
Grnndirung dem Künstler und der Dauer seines Werkes nach- 
theilig oder günstig ist. Dies kann man mir nicht abstreiten und 
man wird einsehen, dass es nicht gleichviel ist, ob ich auf einen 
schwarzen oder hellen Grund male und 0b ich unter den hellen 
Gründen den wähle, der der Wirkung und Dauer der Farben am 
zuträglichsten ist. Alles, was bisher über die Grundirungen der 
Leinwand gesagt ist, gilt eben so gut von Holztafeln, Pappe, 
Papier, mit einem Wort, von allen Gegenständen, worauf gemalt 
werden soll. 
Zubegeitung 
der Leinwand, die man mit 
ohne .Oel grundiren will. 
Leim 
und 
Die Grundirung der Leinwand, Pannele, Pappe, Papiere etc. 
mit einer Farbe, die blos mit Starkeleim oder feinem Mehl an- 
gerieben ist, hat grosse Vortheile. Sie hat zwar auch einen 
Fehler, allein dieser kommt nicht in Betracht, und ich rathe den 
Künstlern, Liebhabern und Anfängern, mit diesem Verfahren 
einen Versuch zu machen und sich nicht durch eine blosse Unbe- 
quemlichkeit zu geschwind abschrecken zu lassen, die darin be- 
steht, dass man sich etwas mehr Mühe gebemmuss, die Farben 
bei der ersten Untermalung aufzutragen, weil sie sich sehr ge- 
schwind einsaugen. 
Die Vortheile bestehen darin; 1) dass man gar kein Bleiweiss 
noch eine andere Bleifarbe gebraucht; 2) dass man nach Verlauf 
einiger Stunden auf diesen Grund malen kann, ohne dass man 
im Geringsten befürchten muss, dass sich die Farben verändern 
werden, S0 dass, wenn Eile Noth thut, man in einem Tage die 
Leinwand atufspannen, grundiren und untermalen kann, wenn 
man des Morgens frühzeitig anfängt und die Tage lang, warm 
uncxtrocken sind; 3) ist diese Leinwand dergestalt absorbirend, 
dass man nach zwei oder drei Stunden, nachdem man eine Parthie
        

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