Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1338967
452 
Lection. 
Dreissigste 
Grundirung. 
schleife, besonders wenn 
wohnt ist sie in nächster 
die Gemälde klein sind, 
Nähe zu betrachten. 
WO 
1113.11 
Verfahren, die 
rohe Leinwand 
Feinheit dieser 
Grundirung von Oelfarbe auf neue 
zu bringen, und von dem Grade der 
Leinwand nach Massgabe dessen, was 
man malen will. 
sie 
Z 11 
Man gebraucht die rohe dunkle Leinwand 2 
viel fester ist, als die gebleichte. 
Die Feinheit derselben richtet sich nach 
Gemälden, 
weil 
der 
Grösse 
des 
Rahmens, nach dem Genre der Malerei und nach der Proportion 
der Figuren, die man darauf malen will. Man wird in der That 
leicht einsehen, dass, wenn in einem Kopfe, der weit unter 
Lebensgrösse ist, ein grober Faden oder Knoten der Leinwand 
sichtbar sein sollte, dies eine sehr schlechte Wirkung hervorv 
bringen würde, da man dergleichen Arbeiten sehr in der Nähe 
betrachtet; wenn man hingegen in natürlicher Grösse malt, ver- 
schwindet dieser Uebelstand beinahe gänzlich.  
In dem Grade der Stärke und Feinheit der Leinwand muss 
man eine gewisse Mittelstrasse beobachten. Die allerfeinste muss 
so stark sein, als die Hemden-Leinwand eines wohlhabenden 
Handwerkers," und die stärkste oder gröbste, wie die Hemden 
eines 'I'agelöhners. Das Wesentlichste dabei ist, dass sie keine 
Knoten hat und dass sowohl das Gewebe als die Fäden gleich- 
förmig sind. 
Ist die Leinwand auf den Rahmen gespannt, wie wir oben 
Seite 441 u. f. gezeigt haben, so tränkt man sie mit einer Lage 
von Handsehuh- oder holländischem Leim 1). Dieses Leimwasser 
muss ganz hell und laulich sein und nicht die Consistenz einer 
Gaillerte haben. Das Anleimen hat den Nutzen, dass alle kleinen 
1) Wenn man diesen Leim selbst machen will, so nimmt man die Ab- 
gänge von Schaffell oder Abschnitte von Handschuhen, die man im Wasser 
sieden und küßhell lässt; hierauf seihet man sie durch Leinwand. Allein be- 
quemer kauft man den Leim bei den Kaufleuten. Er ist in Tafeln, hat die 
Farbe des Gerstenzuekers, ist sehr klar, und nicht so dunkelbraun als der ge- 
wöhnliche Tischlerleim. Wenn er warm ist, so muss er sehr hell sein, und 
wenn er erkaltet, die Consistenz einer Gallerte haben.
        

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