Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1338863
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Neunundzwanzigste 
Lection. 
Leinwand. 
mengerollt gewesen, und die kleinen Oeifnungen auseinander ge- 
zogen werden, wenn man sie aufrollt und auf den Blendrahmen 
spannen will. 
Uebrigens darf gut grundirte Leinwand nicht brüchig wer- 
den, und wenn sie es ist, so ist es ein Beweis, dass in das Oel, 
womit die Grundirfarbe angemacht ist, viel Terpentinöl gekommen 
ist, und dieses taugt nicht. Die Leinwand muss mit reinem 
Oele ohne Beimischung von Terpentinessenz grundirt sein, als- 
dann bleibt sie biegsam und wird nicht brüchig. Allein es ist 
sehr nothwendig, dass die Grundirung vollkommen ausgetrocknet 
und mehrere Tage der freien Luft ausgesetzt worden sei, ehe 
man darauf malt, sonst andern sich. alle Farben und gelben nach. 
Gutes Maltuoh muss über ein Jahr alt sein, wenn die Farben 
nicht nachdunkeln sollen, und ich rathe denjenigen, die sich der- 
gleichen ankaufen, dieses bei Zeiten vorher zu thun, damit sie in 
dieser Hinsicht keinen Schaden haben. Mit zwei oder drei Nageln 
hängt man das Stück grundirte Leinwand an die Wand, und setzt 
es sogar der Sonne aus, in einer Daehstube, wo man bei guter 
Jahreszeit die Fenster ohne Naohtheil offen lassen kann. Dies 
ist schlechterdings erforderlich, man mag nun die Leinwand mit 
Oelfarben selbst zubereiten, oder schon zubereitet kommen lassen. 
Ich werde weiter unten angeben, wie man sich bei dieser Arbeit 
zu verhalten hat, sowohl mit Oel als Leim; jetzt will ich einige 
Anleitung geben, um jede Leinwand auf dem Rahmen gut auf- 
zuspannen. 
Das 
Aufspannen 
der 
Leinwand 
auf 
den 
Blendrahmen. 
Zuerst 
breite 
man 
sein 
Stück 
Leinwand 
entweder 
einem 
auf 
grosseniTische oder an der Erde auf dem Fussboden aus, dann 
lege man seinen Rahmen darauf und sorge nun dafür, dass man 
zwei Zoll von der Leinwand rings um denselben hervorstehen 
lässt, um einen Rand zu haben, nicht allein um die Holzstärke 
damit zu bedecken und die Nagel einschlagen zu können, son- 
dern es müssen ausserdem noch zehn bis zwölf Linien übrig bleiben, 
damit man sie mit der Zange fassen dnd straff anziehen kann. 
Man legt also seinen Rahmen so, wie ich eben gesagt habe,
        

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