Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1338826
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Achtundzwanzigste 
Lection. 
mit Keilen. 
Blondrahmen 
Die 
Breite 
und 
Dicke 
des 
Holzes 
richtet 
sich 
nach 
dem 
grösseren oder geringeren Umfange des Rahmens. Zum Beispiel 
kann man annehmen, dass, wenn ein Rahmen zwei Fuss in's Ge- 
vierte hat, jedes Stück Holz ungefähr zwei Zoll sechs Linien breit 
und acht Linien dick sein muss. 
Man verbindet die Rahmen durch eine Fuge auf der einen 
Seite und durch einen Zapfen auf der anderen Seite, so wie 
alle Zusammenfügungen gemacht werden, allein hier dürfen sie 
nur in einander geschoben werden, ohne Pflöcke, Nägel und Leim. 
Die Ursache ist die, dass wenn alle Stücke nicht frei wären und 
mit Hülfe der Keile sich nicht von einander entfernen könnten, 
die Keile ganz unnütz sein vsriirden. Der Rahmen wird also blos 
durch die Leinwand, die sich rings um denselben anschliesst, fest 
zusammengehalten,dass er nicht mehr auseinander gehen kann, 
oder nur, wenn man die Leinwand abnagelt. 
Die einfachen Querleisten oder die Querleisten im Kreuz 
müssen dieselbe Freiheit haben und sich etwas von einander ent- 
fernen können, wenn man sie vermittelst der Keile dazu nöthigt, 
die Leinwand stark anzuspannen. 
Die Keile sind kleine Eekstücken von hartem Holz, die in 
Oeffnungen eingetrieben werden, die zu dem Ende bei allen Zu- 
sammcniiigungen angebracht sind, und da die Keile auf einer 
Seite schmaler oder spitzer sind, als auf der anderen, und 
man diese schmalste Seite zuerst eintreibt, indem man auf die 
breite Seite schlagt, so dringt auch die Seite des Keils, welche 
allmalig breiter wird, immer tiefer nach, dadurch werden die 
Seitenbretter gezwungen, so sehr auseinander zu gehen, als es 
die Leinwand erlaubt, und die letztere wie eine Trommel zu 
spannen. (Man sehe Taf. VI, Fig. B und G.) Man muss aber 
einen Keil nicht weiter eintreiben, als den anderen; man muss 
einem wie dem anderen eine gleiche Anzahl Hammerschläge von 
einerlei Stärke geben, sonst würde man die Leinwand zu sehr 
auseinander ziehen und übrigens Gefahr laufen, sie zu zerreissen 
oder die Fugen des Rahmens zu zerbrechen. Ueberdies muss 
man die Leinwand nicht so sehr ausdehnen, dass der Rahmen 
sich krumm zieht, man muss zur rechten Zeit anhalten und erkennt 
dies leicht an dem Widerstand des Keils unter dem Hammer.
        

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