Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1338799
Wahl 
besten 
der 
Leinwand. 
Von 
der 
Wahl 
der 
besten 
Leinwand 
ZlllIl 
Malen. 
Die Hanfleinwand ist die beste, weil sie sehr fest ist und 
das starke Anziehen ertragen kann, ohne zu reissen. 
Die eigentliche Leinwand von Lein ist nicht so fest und wird 
nach dem Aufspannen locker. 
Baumwolle taugt gar nicht. 
Man malt auch auf starken Taffet sehr kleine Stücke, wie 
z. B. auf Tabacksdosen u. dgL; wenn aber der Rahmen sechs bis 
acht Zoll gross ist, so zerreisst der Taffet leicht.  
Man muss rohe Leinwand kaufen, ohne alle Zubereitung, die 
nicht gebleicht ist und keinerlei Appretur hat. 
Das Gewebe muss sehr gleich sein und so wenig Knoten wie 
möglich haben. 
Z1 kleinen Gemälden von acht, zwölf bis funfzehn Zoll wählt 
man feine Leinwand und etwas stärkere zu flen grösseren Bildern. 
Uebrigens bestimmt man die Feinheit und das Korn des Gewebes 
der Leinwand nach der Art der Arbeit. Wenn man z. B. ein 
Blumenstück oder ein Gemälde, das aus vielen kleinen Figuren 
besteht, deren Köpfe nur zwei oder drei Zoll gross sind, malt, 
so nimmt man ziemlich feine Leinwand, wenn auch der Rahmen 
vierundzwanzig bis dreissig Zoll gross ist, weil alle Köpfe und 
Hände auf ein gleiches und feines Korn gemalt werden müssen. 
Wenn man in natürlicher Grösse malt, so ist eine weniger 
feine Leinwand vorzuziehen, sie fasst die lilarbe besser, die un- 
gleichen Fäden schimmern nicht durch die Grundirung hindurch 
und man betrachtet überdies dergleichen Werke nur in einer ge- 
wissen Entfernung von wenigstens fünf bis sechs Fuss. 
Für sehr grosse Gemälde wählt man die Leinwand noch viel 
Stärker, sonst würde sie durch die starke Ausdehnung zerreissen, 
aber immer von einem gleichen Faden und ohne starke Knoten. 
rend man sie von einem Ort zum anderen trägt, allein zwischen der lllalerei 
und der Schublade muss ein Zwischenraum von drei oder vier Linien sein. 
Bei der Zurückkunft nach Hause nimmt 1113,11 den Eingghieber sogleich 
heraus, um die Malerei an die Luft zu bringen und trocknen zu lassen, sonst 
werden die eingeschlossenen Farben gelb. An dem Schubkasten befestigt man 
einen kleinen Haken, damit er sich während des 'I'ragens nicht von selbst öifne. 
281i
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.