Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1338562
412 
Fünfundzwanzigste 
Ißction. 
Paletten. 
mit dem Spachtel, denn auch diese Ränder sind den folgenden 
Tag nicht mehr zu gebrauchen. ' 
Wenn man des Abends von der Palette Alles abgenommen 
hat, was die Mühe lohnt auf eine andere gebracht zu werden, so 
schabt und hebt man mit dem grossen Spachtel alles Uebrige ab 
und wirft es weg. Ist dies geschehen, so giesst man ein wenig 
Oel auf die Palette und breitet es mit dem Spachtel über die 
ganze Oberfläche aus, als wollte man eine Farbe mit Oel ver- 
dünnen. Hierauf fahrt man mit der Schärfe des Spaehtels überall 
herum, um das schmutzige Oel abzunehmen und auf die Seite zu 
schaffen, aber nicht in die Oelnapfchen, worin es ganz unnütz ist. 
Alsdann geht man über die ganze Fläche der Palette mit einem 
Stück weichen Papiers oder alten Zeuges, hierauf nimmt man 
wieder einige Spachtel ganz reinen Oels und wiederholt von 
Neuem, was ich eben gesagt habe. Dieses Oel sammelt man und 
hebt es auf, und da es nicht so sehr voll Farbe, wie das vorher- 
gehende sein wird, so verwahrt man es in dem weniger reinen 
Näpfchen und schabt den Spachtel auf dem Stab des Pinseltrogs 
ab. Nun geht man nochmals mit einem Lappen darüber, der 
aber reiner als der erste ist, reibt damit überall, nimmt wieder 
reines Oel (ungefähr einen Fingerhut v0ll),'breitet es-aus, reibt 
und schabt wie bei den beiden ersten Malen, schüttet dieses Oel 
in das Napfohen mit dem nicht reinen Oel und wischt zuletzt 
mit einem reinen Lappen die Palette überall vollkommen ab. In 
diesem Zustande kann sie, ohne gebraucht zu werden, so lange 
bleiben, als man will. 
Die Ränder, welche die Dicke des Hblzes ausmachen, sowie 
auchidie untere Seite der Palette wischt man ein wenig mit dem 
Lappen ab, damit man sie sicher in die Hand nehmen kann, ohne 
sich zu beschmutzen.  
Ich habe oben gesagt, (lass man die Töne einer umfangrei- 
chen Palette, besonders im Winter, zwei und bisweilen auch drei 
Tage erhalten kann, wenn man dabei die Vorsicht übt, die ich 
angerathen habe 1), allein man muss immer das absetzen und 
Man sehe 
Seite 95 u. f. 
dritte Lection, 
die
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.