Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1338553
Herstellung 
der 
Paletten. 
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um die F arbcn von einer auf die andere zu bringen, wenn 
man sie länger als einen Tag erhalten kann, auch muss man für 
einige kleinere Arbeiten eine viel kleinere Palette" haben. Ich 
rathe denen, die dergleichen zurecht machen, wenigstens drei 
auf einmal vorzunehmen, zwei von gleicher Grösse und eine um 
ein Drittel kleiner. Es kostet nicht mehr Mühe, drei statt einer 
zu tranken, und da doch immer mehrere Wochen erforderlich 
sind, ehe sie Farben annehmen können, so thut man gut, sie alle 
drei zugleich zu prapariren, um nicht langweiliger Weise wieder 
von Neuem anfangen zu müssen.  _ 
Je alter eine Palette wird, desto besser ist sie, wenn man 
sie nur beständig reinlich hält und mit dem Spachtel keine Risse 
hineinbringt. Daher ist es auch so nöthig, dass man die Farben 
auf der Palette nicht antrocknen lasst, denn sonst sitzen sie so 
fest, dassman lange Schaben muss, um sie wegzubringen, und 
dadurch wird das Holz zerkratzt und verdorben. Viele nachlässige 
Künstler "nehmen alsdann ihre Zuflucht zu Terpentinessenz, wo- 
durch man wirklich alte Farben sehr leicht wegbringen kann; 
allein diese Essenz verdirbt die Paletten und erweicht das Leinöl. 
Dadurch werden die Paletten schlecht und eben so porös, als sie 
vor der Einölung waren.  
Man darf niemals eine seit dem Morgen gebrauchte Palette 
über Nacht stehen lassen, ohne sie zu reinigen und die Farben, 
die noch gut sein könnten, auf eine andere Palette zu übertragen. 
Besonders die ausseren Ränder eines jeden kleinen Fleckchens 
Farbe sind es, die in der Hitze sehr leicht trocknen, sowie auch 
die kleinen Versuche, die man bald da, bald dort gemacht hat, 
wenn man mit dem Pinsel Farben mischt. 
 Wenn man also Töne von einer Palette auf die andere 
versetzt, so muss man diese Ränder mitzunehmen ja vermeiden 
und blos die Mitte der Häufchen aufnehmen, die noch frisch 
genug zu sein scheinen, um sie den folgenden Tag brauchen zu 
können: 
Man setzt sie in eben der Ordnung auf, um sie wieder zu 
erkennen, und zwar in kleinen hohen Häufchen, ohne sie auszu- 
breiten und sich viel Mühe zu geben, Alles zusammen zu sam- 
meln, nicht durch zweimaliges Aufsetzen oder zweimaliges Aufheben
        

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