Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1338530
Herstellung dm" Paletten. 
409 
nicht 
SO 
leicht 
zerbricht 
und 
der 
Hornspachtel 
besser 
darüber 
hingleitet. 
Zur Rechten des Loches" A, da wo sich der Daumen darauf 
legt, schragt und rundet man es ab, damit die Schärfe des Holzes 
nicht schneidet (dies ist natürlich auf der Seite, wo man die 
Farben aufsetzt), und eben dieses macht man auf der entgegen- 
gesetzten Seite, aber unten an der Palette der oberen Abrundung 
gegenüber, so dass, wenn man die Palette richtig halt, die letztere 
Abrundung unten sich zur Linken dessen befindet, welcher die Pa- 
lette halt; alles dieses geschieht, um die Hand nicht zu verletzen. 
Die beiden Seiten der Palette müssen sehr gleich und gut gehobelt 
sein, der obere Theil nämlich, worauf die Farbe kommt, muss voll- 
kommen eben, sogar glatt polirt sein, aber ohne Wachs und Firniss. 
Zu dem Ende muss der Tischler, wenn er das Holz mit Hobel 
und Sohabeisen gut zubereitet hat, dasselbe mit Bimstein wohl 
abschleifen, der selbst glatt und an allen Rändern trichterförmig 
abgeschrägt ist. Dieser Bimstein braucht höchstens vier Zoll 
stark zu sein, man schleift aber nicht trocken damit, sondern 
mit etwas Nuss-, Mohn- oder Leinöl, niemals aber mit Baumöl. 
Man darf nicht zu stark darauf drücken, um keine Streifen und 
Risse in das Holz zu bringen, besonders aber muss man verhin- 
dern, dass von dem Bimstein sich nicht kleine Bröckchen los- 
machen, die tiefe und schwer herauszubringende Furchen zu- 
rücklassen würden. "Wenn die Palette durch dieses Mittel gut 
hergerichtet und geebnet ist, so nehme man ein altes leinenes 
Läppchen, überstreue die Palette mit feinem gelben Trip el, 
tränke ihn mit Oel und reibe damit sehr stark in der Richtung 
der Holzfasern und immer gleichförmig, bis das Holz sehr glan- 
zend wird. Das Tripelpulver muss aber sehr gleich, fein und 
ohne alle harten Bestandtheile sein; zu dem Ende. muss man ein 
 Stück wählen, das sehr weich anzuiiihlen ist, davon schabt man 
mit dem Messer sanft auf die Palette, bis eine genügende Dosis 
Pulver davon vorhanden ist, und wiederholt dies von Zeit zu Zeit. 
Diese Arbeit kostet viel Zeit zur Ausführung, allein der Erfolg 
davon lohnt die Mühe, wenn man eine Palette erhält, deren Flache 
glatt und Polirt wie ein Spiegel ist. Man muss die Vorsicht 
brauchen, die Palette auf einen ebenen, gut gehobeltem Tisch zu
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.