Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1338480
404 
Vierundzwrxnzigste 
Lection. 
Zusatz. 
gut rectificirtem Terpentin angefüllt ist. Dieser wird den Firniss, 
welcher den Dachspinsel zusammenklebt, auflösen, und wenn man 
sicher ist, dass er geschmeidig geworden, so schüttelt man ihn 
aus dem Fenster auf die Strasse, um die überflüssige Terpentin- 
essenz wegzusehaiien. -Hierauf trankt man ihn mit dem Firniss 
selbst und bedient sich desselben von Neuem, um damit Firniss 
auf ein Gemälde zu bringen. 
Indessen geschieht es doch öfter, dass wenn man den Dachs- 
pinsel nicht lange genug in der Essenz oder in dem" Firniss 
selbst liegen lasst, die Auflösung nicht ganz erfolgt. In diesem 
Falle erscheinen auf dem Gemälde, indem man es iirnisst, eine 
Menge kleiner Körner wie Sand, welche nichts Anderes sind; als 
die Ueberbleibsel des Firniss, die in der Zeit sich nicht vollkom- 
men haben auflösen können. In diesem unangenehmen Falle ist 
man genöthigt, den sandigen Firniss mit dem Finger abzunehmen, 
was eine langweilige, verdriessliche Arbeit ist, und an dessen 
Stelle einen neuen aufzutragen 1). 
Zusatz. 
Die Fabrikation der Pinsel hat in dem Zeitraum von dreissig 
Jahren, seit der ersten Herausgabe dieses Buches, wie man leicht 
denken kann, auch grosse Fortschritte gemacht. Was die Arten 
der Pinsel betrifft, sowie die wesentlichen Eigenschaften, welche 
den Pinsel erst zu einem guten Werkzeuge machen, so ist Alles 
gesagt, was darüber zu sagen nothwendig. Was aber die aussere 
Form betrifft, so weit diese auch für die Verwendung von Wich- 
tigkeit ist, muss Einiges nachgetragen werden, wenigstens für die- 
jenigen, welche sich selbst Belehrung und Unterricht aus diesem 
1) Ich werde anderwärts von der Art und Weise reden, wie ein Fir- 
niss, der geborsten oder durch das Alter gelb geworden, oder überhaupt miss- 
lungen, von dem Gemälde wieder abzunehmen ist. (Siehe die vierunddreissigste 
Lection.)
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.