Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1338473
der Vertreiber. 
Anwendung 
403 
Abend, wenn die Farbe des Gemäldes bereits eine gewisse Con- 
sistenz erhalten hat und schon seit einigen Stunden auf der Lein- 
wand ist, den Dachspinsel zu gebrauchen.  
Bei einem Himmel oder auch bei inneren Hintergründen muss 
man den Dachspinsel nach einer Richtung brauchen, damit er 
nicht selbst bei dem Uebergehen auf der Farbe eine zu sichtbare 
Spur zurücklasst, was, wenn man nach allen Richtungen hin ver- 
triebe, geschehen würde. Zu dem Ende fangt man oben im Win- 
kel linker Hand an und geht mit der Hand in diagonaler Richtung 
herunter, als wollte manrvon dem linken oberen Winkel bis zum 
rechten unteren eine Linie ziehen. Ist dies geschehen, so erhebt 
man den Dachspinsel und zieht damit einen zweiten Streifen, der, 
entweder oberhalb oder unterhalb mit dem ersteren parallel lauft, 
und so fort, bis man auf diese Art alle Stellen des Grundes über- 
gangen hat. Es ist überflüssig zu erinnern, dass man bei allen 
Stellen, die nicht zum Grunde gehören, zu rechter Zeit anhalten 
und dieselbe Linie darunter oder darüber weiter fortsetzen muss, 
wie wenn sie durch den Kopf oder durch die Figur etc. nicht 
unterbrochen wäre. Auf eben die Art führt man auch den Dachs- 
pinsel in die Quere von der Linken zur Rechten und indem man 
heruntergeht, dadurch wird man die Furchen weniger gewahr. 
Mit dem Vertreiber aufwärts zu streichen, muss man vermeiden. 
Mit einem Worte, die Pinselstriche müssen so geführt werden, 
wie die Schrafiirung eines Hintergrundes bei dem Zeichnen mit 
Kreide, alle Striche gehen nach einer Richtung. 
Diese zwei Arten von Pinsel, und überhaupt alle, selbst Borst- 
pinsel, oder von was iiir Haaren sie auch sein mögen, müssen 
niemals mit der Scheere gleich geschnitten werden, denn wenn 
sie gut sein und keine Furchen auf der Farbe zurücklassen sollen, 
so müssen sie die wirklichen Haarspitzen behalten. 
Wenn ein grosser Dachspinsel zu Mastix-Firniss gebraucht 
worden ist, so braucht man sich nicht die Mühe zu geben, ihn 
zu reinigen. Es ist besser, wenn man ihn von selbst an der Luft, 
gegen Staub verwahrt, eintrocknen lässt, nachdem man ihn zuvor 
an der Tasse gut ausgestrichen. Er wird so hart, wie eine feste 
Masse, will man ihn aber brauchen, so weicht man ihn nur eine 
halbe Stunde in einer tiefen Tasse ein, die bis zur Hälfte mit 
2er
        

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