Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1338455
Vertreiber , 
Iltisl 
Dachspinsel. 
und 
401 
machen und besonders mit dieser Art Pinsel blos zwei oder drei 
Mal die Stelle übergehen, die man vertreiben will, sonst macht 
man seine Arbeit unrein. 
Wir haben schon bemerkt, dass die Iltis- und Dachspinsel 
niemals in Oel gereinigt werden und man dieselben blos trocken 
braucht. Allein da die äussersten Haarspitzen immer. etwas Farbe 
behalten, so muss man sie davon befreien und auf folgende Art 
reinigen, wenn dies nur eine kleine Quantität war. 
g Man nehme ein Stück Tuch, ungefahr einen Fuss lang, und 
befestige es mit einigen Nageln auf ein Brett, alsdann kehrt man 
zwölf bis funfzehn Mal den Pinsel schnell sanft und leicht hin 
und her, ohne zu sehr auf das Tuch zu drücken. Hierauf klopft 
man ihn an die scharfe Ecke irgend eines Möbel und blast stark 
darauf; dieses geringe Abreiben wird die wenige Farbe, die er 
an sich hatte, wegnehmen. Ist dies nicht hinreichend, so wieder- 
holt man es noch eben so oft, aber immer sehr leicht auf dem 
Fussboden oder an der Wand der Stube. Das Wenige von Staub, 
das sich hier befindet, umhüllt die Spitzchen Farbe, rollt sie und 
lasst sie leicht fahren, wenn man den Pinsel am Stiel klopft und 
auf die Haare bläst. Aus Vorsicht kann man ihn fiinf bis sechs 
Mal auf dem Aerrnel oder Rockschooss seiner Kleidung hin und 
her wischen, während man sehr stark und öfter in das Haar 
bläst, um allen daran befindlichen Staub zu entfernen. Selten 
misslingt es, die Iltis- und Dachspinsel auf diese Weise ganz zu 
reinigen, wenn nicht zu viel Farbe daran ist, sondern blos an 
den feinen Haarspitzen. Ist' abereder Pinsel zu voll von Farbe, 
so muss man ihn, aber nur des Abends, mit Seife waschen, in 
frischem Wasser ausspülen, abklopfen und trocknen lassen.  
Einige haben ein kleines Schubkastchen mit sehr feinem 
Sand neben sich, in diesem streichen sie ihre Pinsel hin und 
her, dadurch häuft und rollt sich die Farbe in kleine Kügelchen, 
die leicht von dem Pinsel abfallen, wenn man ihn wiederholt 
klopft und wechselweise darauf bläst. Dies Mittel ist eben so 
gut als das vorige, aber nur in dem Falle, wenn sich sehr wenig 
Farbe an die Haarspitzen des Pinsels gesetzt hat. 
Ist ein Iltispinsel zu sehr voll Farbe, so dass man ihn nicht 
länger gebrauchen und er auch nicht sogleich mit Seife gereinigt 
B" uvier, Oelmalexei. 4. Aufl. 26
        

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