Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1338422
398 
Vierundzwanzigste 
Lection. 
Pinsel. 
Oel enthält; in dieser Stellung taucht man den Pinsel acht oder 
zehn Mal in das Oel, und jedesmal streicht man ihn sanft auf 
dem Blech zwei oder drei Mal ab, ohne ihn wieder einzutauchen. 
Dies geschieht, indem man die Flache der Hand etwas hebt, wo- 
durch die Fingerspitze und der Pinsel sich neigt, und indem man 
jedesmal den Vorderarm zurückzieht, sowie man eine Flüssigkeit 
aus irgend einem Gegenstande wischt oder ausdrückt. 
Man muss den Pinsel in der Hand von Zeit zu Zeit umwen- 
den, damit man ihn ringsum gleichförmig schabt, dann taucht 
man ihn wieder in Oel und so fort. Man begreift von selbst, 
dass man niemals den Pinsel gegen das Haar drücken muss, 
sondern blos, indem man die Hand gegen sich zieht. 
Wenn er" schon ziemlich rein zu sein scheint, so wische man 
ihn, sowie auch die Spitze des Fingers an einem schlechten Lap- 
pen ab, hierauf taucht man ihn in das Gefass mit ganz reinem 
Oel und streicht ihn noch zwei oder drei Mal auf dem Blech, das 
man auch bei jedem Pinsel zuvor gereinigt hat, ab. Dann trankt 
man den Pinsel mit etwas reinem Oel, jedoch nicht zu viel und 
ohne ihn auf dem Blech aufzudrücken. Man legt ihn, da er rein 
ist, auf zwei Stäbchen Eisendraht, die oben auf dem Pinseltrog 
angebracht sind, die Seite der Pinselhaare etwas niedriger, als 
den oberen Theil des Stiels, damit das Oel blos in den Haaren 
des Pinsels bleibt und nicht an dem Pinselstiel zurückläiuft, den 
man immer abtrocknen und rein erhalten muss 1). (Man sehe die 
dritte Kupfertafel.)  
Nimmt man am folgenden Tag den Pinsel wieder zum Malen 
in die Hand, so muss man das in demselben etwa enthaltene 
überflüssige Oel, das man den Abend zuvor hincingethan hat, 
1) Die beiden Pinseltröge, die Napfchen und das ganze Innere des Mal- 
kastens müssen von weissem Blech sein. Die Pinseltröge haben die Form 
eines halben Cylinders, wie eine runde, auf der einen Seite hohle Röhre. Man 
giebt den eisernen Drähten, die darüber festgemacht sind, ungefähr dieselbe 
Krümmung. Diese müssen von dem Boden des Pinseltroges zwei Zoll abstehen, 
so dass die Pinselhaare für sich allein bleiben und blos der Pinselstiel auf den 
Eisendräihten ruht. Man sucht den einen dieser eisernen Drähte vier oder fünf 
Linien niedriger als den anderen an jedem der Pinseltröge zu stellen und legt 
das Ende mit den Haaren auf die niedrigste Seite, damit durch die schräge 
Richtung das Oel nur in dem Körper des Pinsels zurückbleiben muss.
        

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