Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1338408
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Leetion. 
Vierundzwanzigste 
Pinsel. 
schmutzige Gefäss fallen, damit eins von beiden immer ganz rein 
bleibt. In einer halben Stunde kann man dreissig bis vierzig 
solcher Pinsel reinigen.  
Die Pinsel, die man in zwei oder drei Tagen nicht wieder 
gebraucht, müssen nachher mit Seife und Wasser ausgewaschen 
werden, bis sie kein Oel mehr enthalten, hierauf spült man sie 
in sehr reinem Wasser ab, drückt sie aus und lässt sie bis zum 
Morgen trocken werden, worauf man sie verwahrt. Ohne diese 
Vorsicht würden sie eintrocknen und zähe und schmierig werden 
und schwer wieder zu reinigen sein. 
Was die kleinen und weichen Pinsel betrifft, so muss man 
sie nicht in dem Pinseltrog, besonders im Sommer, fünf oder sechs 
Tage mit demselben Mohnöl getränkt, lassen, sonst würden sie 
auch eintrocknen. Man muss also mit dem Finger das alte Oel 
auf dem Blech des Pinseltrogs ausdrücken und sie mit etwas 
frischem Oel versehen.  
Nachdem man die Pinsel gereinigt hat, muss man sie immer 
mit etwas reinem Oel tranken, ehe man sie in den Pinseltrog 
oder sonst wohin legt, und dies ist das Oel, welches man wenig- 
stens alle fünf oder sechs Tage erneuern muss, wenn man sie in 
dieser Zeit nicht gebraucht {hat 1). 
Sieht man voraus, dass einige Haar- oder Borstpinsel, die 
man den Tag iiberigebraucht hat, in längerer Zeit, das heisst also 
in vier oder sechs Wochen, nicht wieder gebraucht werden, so 
tränkt man sie mit Olivenöl, nachdem man alles Mohnöl zuvor 
ausgedrückt hat. 
Hat man es gar zu lange verabsaumt, seine gewöhnlichen 
Pinsel mit Mohnöl zu tranken, haben sie ihre Geschmeidigkeit 
verloren und sind klebrig geworden, so dient folgendes Mittel, sie 
wieder in brauchbaren Stand zu setzen, allein ich muss im Voraus 
bemerken, dass sie dann auch niemals so gut sind, als vorher. 
Man hat auf der Handfläche der linken Hand ein Stück weisse 
Seife und neben sich ein Gefass mit Röhrwasser, das warm im 
1) Auf der dritten Kupfertafel, welche den Malkasten mit allem Zubehör 
darstellt, wird man den Pinseltrog und das Blech, auf welchem man mit dem 
Zeigeünger die Pinselhaare nur leicht abreibt, sehen.
        

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