Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1338397
Reinigung der 
Pinsel. 
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und klebrig, so dass es schwer ist, sie mit Mohnöl gut zu waschen. 
Es bedarf nur einer halben Stunde, um zwei- bis dreihundert 
Pinseln frisches Oel zu geben. 
Die Stiele oder Hefte der Pinsel müssen wenigstens funfzehn 
bis sechszehn Zoll lang sein; mit zu kurz gefassten Pinseln malt 
man schlecht und unbequem. Um den Pinsel gut und frei zu 
führen, muss die Hand ungefähr sechs Zoll und sogar noch weiter 
vom Gemälde entfernt sein, wenn unsere Gewohnheit es gestattet. 
Was die Haar- und Borstpinsel betrifft, die man täglich braucht, 
so lasse man keinen Tag vergehen, ohne sie zu reinigen, beson- 
ders im Sommer, sonst fangt das Oel und die Farbe an, zähe 
zu werden und verursachen viel Mühe, um sie wieder so rein und 
so geschmeidig, wie nothwendig, zu machen; überdies gehen bei 
einer sehr starken und guten Reinigung die Haarspitzen verloren, 
spalten sich und werden ganz verdorben. 
Kann man sich also nicht alle Abende mit dem Pinselwaschen 
selbst abgeben, so muss man Jemanden dazu abrichten, der an 
unserer Stelle sie sorgfältig so behandelt, wie ich jetzt angeben 
werde. 
Man mache damit den Anfang, mit einem weichen u-ngeleim- 
ten Papier die überflüssige Farbe und das Oel zwischen den Fin- 
gern auszudrücken und abzuwischen. Hierauf nimmt man einen 
nach den anderen, taucht ihn in das Näpfchen mit Mohnöl l), und 
während man den Pinselstiel in der Hand hat und den Zeigefinger 
auf die Pinselhaare hält, reibt man bei jeder Eintauchung in das 
Oel (welches aber nicht etwa sehr unrein sein darf) auf dem 
Blech des Pinseltroges das Haar leicht mit dem Zeigefinger, in- 
dem man die Hand an sich zieht,_und ohne zu sehr zu Schaben. 
Bemerkt man, dass das Oel, welches aus dem Pinsel geht, ziem- 
lieh farblos ist, so trocknet man seinen Finger in etwas an einem 
Lappen oder einem Stück Leinwand, die als Mallappen gebraucht 
werden, und setzt die Reinigung desselben Pinsels noch fort, in- 
dem man ihn diesmal in ein Gefass mit ganz reinem Oel taucht, 
das Oel aber, welches aus dem Pinsel geht, lässt man in das 
1) Man 
Kupfertafel. 
sehe 
alle 
einzelnen 
Theile 
des 
Farbekastens 
auf 
der 
dritten
        

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