Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1338384
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Lection. 
Viorundzwanzigste 
Pinsel. 
mittel zu nichts, die 
fressen die Pinsel. 
Insecten 
kehren 
sich 
nicht 
daran 
und 
zer- 
Folgendes Mittel hat mir seit vielen Jahren gute Dienste 
geleistet. Man darf nur jeden Haar- oder Borstpinsel einzeln mit 
Olivenöl tranken. Die Würmer vergreifen sich nicht an öligen 
Gegenständen, so lange das Oel, womit sie getränkt sind, nicht 
eingetrocknet ist. Da das Olivenöl die Eigenthümlichkeit hat, gar 
nicht leicht zu trocknen, so behält es viele Jahre diese seine ölige 
Beschaffenheit, halt die Insecten ab und lässt sie umkommen, 
wenn sie davon berührt werden. 
Ich tauche daher alle meine neuen Pinsel, meine Haar-, sowie 
meine Borstpinsel in Olivenöl, auch sogar alle diejenigen, die ich 
schon zum Malen gebraucht habe, die aber so gut gereinigt wor- 
den sind, dass sie doch mit der Zeit fähig werden könnten, die 
Mieten nicht mehr abzuschrecken. 
Ich wische einen nach den anderen mit einem feinen Lappen 
ganz leicht ab, um das überflüssige Oel auszudrücken. In diesem- 
Zustand verwahre ich sie in einem oder mehreren Kästchen, je 
nachdem sie gross oder klein sind. Seitdem ich dieses Mittel an- 
gewendet, hat sich noch kein Insect eingefunden. 
Nach Verlauf einiger Zeit, wenn man die Borst- oder Haar- 
pinsel gebrauchen will, braucht man sie nur gut auszudrücken und 
das iibriggebliebene Oel zwischen den Fingern mit einem Läppchen 
feiner Leinwand abzuwischen, darauf, ohne sie übrigens" mit Sei- 
fenwasser oder auf andere Artlzu waschen, braucht man sie nur 
sieben oder acht Mal mit Mohnöl zu tranken und sie jedesmal auf 
dem Blech des Pinseltrogs sanft abzustreichen, so wie man ge- 
wöhnlich die Pinsel reinigt. Alsdann kann man sich derselben 
mit aller Sicherheit bedienen, und man hat nicht zu befürchten, 
dass die Farben am Trocknen verhindert würden. Dieses einfache 
Mittel hat ausserdem noch den grossen Vortheil, dass die Pinsel 
alle wiinschenswerthe Geschmeidigkeit behalten. Indessen muss 
man die mit demselben Olivenöl getränkten Pinsel nicht länger 
als acht oder zehn Monate in diesem Zustande lassen, ohne sie 
etwas auszuwischen und mit frischem Baumöl zu tranken, nicht 
eben deshalb, dass sie dadurch verdorben würden und verloren 
gingen, sondern sie werden durch die Länge der Zeit schmierig
        

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