Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1338377
Grösse der Pinsel. 
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Pinsel von früh Morgens an nehmen wollte, man nicht fertig wer- 
den würde. 
Der Massstab der Grösse der Borsten- und Haarpinsel richtet 
sich nach der Grösse der Stelle, welche man thatsachlich zu be- 
arbeiten, sowie auch nach der mehr oder weniger zarten Natur 
des Gegenstandes, den man zu malen hat. Die stärksten Pinsel 
für die Gemälde, die man Staffeleibilder nennt, wechseln in der 
Lange ab von zwölf bis funfzehn Linien und vier bis fünf Linien 
im Durchmesser auf der dicksten Stelle, bis auf solche, die nur 
vier bis fünf Linien lang sind und ungefähr eine oder _anderthalb 
Linien im Durchmesser haben, welche dann die kleinsten sein 
würden. Der stärksten bedient. man sich, um die Hintergründe, 
Gewänder und selbst oft um Möbel und Haare zu malen; die mitt- 
leren Borstpinsel eignen sich besonders zum Malen der Carnation 
und der Details der Gewänder, der Haare etc., die kleinsten wer- 
den zu den kleinen Details gebraucht, also zu einigen pikanten 
Pinselstrichen im Schatten oder im Licht, in den Augen, in der 
Nase und in dem Munde, bei der Ausführung von Spitzen und 
feinen Stickereien etc. Da endlich Alles relativ ist, so begreift 
man leicht, dass wenn man einen Gegenstand malt, der! viel klei- 
ner ist, als in der Natur, die mittleren zu grossen und die klein- 
sten zu mittleren Borstpinseln werden. Im Allgemeinen aber 
nimmt man grosse Borstpinsel, um einen Hintergrund, einen Him- 
mel oder Draperieen anzulegen, selbst in kleinen Gemälden. 
Die allgemeine Regel ist, lieber zu grosse Pinsel zu nehmen, 
als zu kleine, die Arbeit mag sein, welche sie will, es lasst sich 
viel weicher damit malen. 
Von der Sorgfalt, welche die Erhaltung der Borst- und 
Haarpinsel erfordert, und von der Art, sie zu reinigen, 
ohne sie zu verderben. 
Fast alle Kaufleute und Maler klagen über die Zerstörung 
der Pinsel durch Mieten (eine Art Made, welche die Pinsel zer- 
frisst). Einige verwahren sie sorgfältig in Kästchen mit gestossenem 
Pfeffer, Andere wickeln sie in Papier, das mit Terpentinessenz 
getränkt ist etc. Auf die Länge aber helfen diese Verwahrungs-
        

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