Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1338349
Vierundzwanzigste 
Leetion. 
Ueber 
die 
Wahl 
der 
Ilaur- 
und 
Borstpinsel 
ZLlIIl 
Malen. 
Zeichnungen der fünften und sechsten Tafel.) 
(Man sehe die 
Ein guter Pinsel muss eine konische Form haben und beim 
Austritt aus der Federspule keinen Bauch bilden. Man wählt 
daher diejenigen, welche keine solche "Ausbauchung haben und 
einem Bogenpfeil ähnlich sind. Die Spitze desselben darf weder 
zu spitzig, noch zu viereckig sein, sondern sie muss etwas abge- 
rundet und die Haare gleich und fein am Ende sein, auch müssen 
sie sich insgesammt so vereinigen, dass sie blos eine einzige 
weiche Spitze bilden. Niemals wähle man Pinsel, die sich aus- 
spreizen und zwei oder mehrere Spitzen machen; wenn man sie 
in einem Glase Wasser nass macht und dann den Ueberschuss 
des Wassers abschiittelt, so erkennt man leicht, ob sie nur eine 
Spitze bilden. Siei müssen auch gut und fest gebunden sein und das 
Ende von den Haarspitzen gebildet werden, denn blos diese machen 
die Spitze des Pinsels durch die eigene allmiilige Verjüngung eines 
jeden Haares und nicht, dass am Ende weniger Haare wären, als 
oben am Bande. Ueberdies muss der Pinsel elastisch sein und sich 
von selbst wieder heben, wenn man auf die Spitze drückt und 
ihn dann wieder aufhebt. Die, welche diese Eigenschaft in einem 
hohen Grade haben, sind von den Haaren aus dem Ende des 
Marderschwanzes. Sie sind gewöhnlich etwas röthlich, in- 
dessen sind auch einige derselben schwarzlicher, als andere. Diese 
Pinsel sind theuer, weil der Marderpelz ziemlich selten ist, in- 
dessen empfehle ich sie vorzugsweise, statt der Pinsel von anderem
        

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