Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1338299
Einrichtung für 
den Papierrahmen. 
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Fussboden berührt, sein oberer Theil die schwarz und weisse 
Gardine, die an dem Fenster befestigt ist und von welcher ich 
an einem anderen Orte geredet habe, nicht überragt. (Siehe 
Seite 376.) 
Auf diese Weise ist es selten nöthig den Rahmen abzu- 
nehmen, und wenn man das Fenster nicht zu öffnen braucht, so 
kann er so hängen bleiben, bald hoch, bald niedrig, wie man 
seiner bedarf. Will man ihn ganz und gar wegnehmen, so darf 
man ihn nur abhaken; damit sich aber die Schnuren nicht ver- 
wirren, muss man vorsichtig sein und zuvor die Schnur mit dem 
Gegengewicht durch einen Nagel festhalten. 
Ich habe noch nicht erwähnt, in welchem Falle diese Ein- 
richtung am nützlichsten ist, nämlich, wenn bei einem veränder- 
lichen Himmel die Sonne sich zeigt und von Minute zu Minute 
wieder verschwindet. Dieser Wechsel des Lichts und Schattens 
würde den Maler ungeduldig machen, wenn er allemal wegen 
des Rahmens in die Höhe steigen müsste; allein hier bedarf -es 
nur eines Handgriffs, ohne seinen Sitz zu verlassen. Man kann 
also nichts Besseres thun, wenn man die Sonne in der Werk- 
statt hat. Die Nordseite ist allerdings vorzuziehen, das Licht ist 
viel gleichförmiger, und man bedarf aller dieser Einrichtungen 
nicht, die den Künstler öfter stören, und jedenfalls eine vielfache 
Veränderung des Lichts hervorbringen.  
Nach allgemein angenommener Meinung bedarf es eines grünen 
Teppichs, um damit das Untertheil des Fensters zu verhüllen. Ist 
er zur Hand, so mag man ihn nehmen, allein nach innen zu 
füttere man ihn mit einem weissen Zeug, nicht allein deshalb, 
damit er gegen das darüber befindliche Tageslicht nicht zu hart 
absteche, wie schon oben gesagt, sondern auch um alle Durch- 
sichtigkeit zu verhindern, wenn der Stoff des V orhanges zu dünn 
ist; denn die grüne Farbe ist unter allen Farben diejenige, deren 
transparenter Schimmer für die Carnation des Modells am nach- 
theiligsten sein würde-Y). 
1) Dies sind freilich ermüdende Einzelheiten für den Leser, ebenso wie 
Sie es auch für den Verfasser waren; derselbe aber hat sie für diejenigen, wel- 
Chen alle Erfahrung fehlt, nützlich gehalten, und diese werden sie ihm nicht 
übel nehmen.    
Im u v i e r, Oelmnlcrei. 4. Aufl. 25
        

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