Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1338259
Fensterladen gegen Widerscheine. 
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Belieben neigen, wobei das untere Ende fest stehen bleibt und 
auf der Fensterbrüstung der dicken Mauer ruhet. 
Unten in der Mitte der Platte lässt man eine Oeifnung von 
sieben Linien zum Abfluss des Regenwassers, und oben schraubt 
man einen Ring ein, durch welchen eine Schnur geht, um damit 
den Fensterladen zu halten und ihn in der nothwendigen Neigung 
fest zu stellen. Diese Neigung wird durch die Höhe der äusseren 
Gegenstände, die man verdecken will, bestimmt; je mehr man 
die Schnur an sich zieht, desto höher erscheint der Fensterladen, 
und verdeckt um so mehr die Gegenstände; und je mehr man 
ihm die Neigung von oberwarts nach- der Strasse zu giebt, 
desto mehr Tageslicht fallt in das Innere des Zimmers. Die 
nöthige Neigung, um die Widerscheine abzuhalten, muss der 
Künstler selbst bestimmen und sich so wenig Licht als möglich 
dabei entziehen. 
Um allen Unglücksfällen vorzubeugen, befestigt man das 
Untertheil des Fensterladens mit zwei Nägeln oder runden 
Zapfen, die in der Mauer angebracht sind. Diese Nagel müssen 
in den Löchern, die man am unteren Ende der Seitenstücke 
macht, ziemlich locker stecken, damit man vollständige Freiheit 
hat, den Fensterladen nach Belieben vor- oder rückwärts zu 
neigen.  
Die Seitenstücke des Fensterladens verschliessen die Lücke, 
die durch die angebrachte Neigung entstehen würde, und müssen 
daher eine Breite haben, die zu der grössten Oeffnung, die man 
dem Fensterladen zu geben veranlasst sein könnte, im Verhält- 
niss steht. 
Was die Höhe des Ganzen betrifft, so berechnet man diese 
nach der grösseren oder geringeren Höhe der ausseren Gegen- 
stände, deren Widerschein man fürchtet. Man kann sie auf drei 
bis vier Fuss veranschlagen, nachher steht es in unserer Gewalt, 
die Wirkung dieser Höhe abzuändern, indem man dem Fenster- 
laden mehr oder weniger Neigung giebt. Das Ganze streicht 
man mit Oelfarbe igiwendig schwarz, auswendig in einer belie- 
bigen Farbe an, um das Holz zu oonserviren. 
Der Vortheil dieser Einrichtung statt einer blossen Gardine 
ist sehr gross, insofern ein solcher Fensterladen die Gegenstände,
        

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