Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1338220
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Dreilmdzwanzigste Lcction. 
Die Werkstatt. 
genannt werden, setzte auf alle seine Lampen einen Lichtschirm 
oder Reilector von Papier, allStättt von weissem Blech. Es war 
ihm wohl bekannt, dass die halbe Durchsichtigkeit des Papiers 
ihm vielleicht einen Theil des reflectirten Lichtes auf den beleuch- 
teten Gegenstand raubte, aber er wusste auch, dass eine schwarze 
gegen ein lebhaftes Licht abgeschnittene Linie das Auge blendet. 
Die Lichtschirme von Metall, da sie gar nicht durchsichtig sind, 
haben diesen Fehler vorzüglich, daher zog er den papiernenlvor 
und die tägliche Erfahrung lehrt, dass er Recht hatte. 
Diesen Uebelstand wünsche ich bei den Gardinen, deren Ge- 
brauch ich empfehle, vermieden zu sehen, man darf also auf der 
schwarzen Seite keinen weissen Streifen, noch auf der weissen 
Seite einen schwarzen stehen lassen.  
Es giebt noch eine Art, sein Modell vortheilhaft zu beleuch- 
ten; sowie man in der Werkstatt zwei Fenster auf einer und 
derselben Seite hat und die Spiegelwand, welche beide trennt, 
nicht mehr als zwei oder drittehalb F uss beträgt, dann kann man 
von dieser Einrichtung eine sehr pikante Beleuchtung für sein 
Modell erhalten. Allerdings ist erforderlich, dass diese beiden 
Fenster imgefahr in der" Mitte des Zimmers angebracht sind, sonst 
bleibt nicht Raum genug hinter dem Modell zu einem passen- 
den Hintergrund, und was den Maler betriHt, so haben wir 
schon die Bemerkung gemacht, dass er einige Fuss weit zurück- 
treten können muss. Der Maler muss nun seine Einrichtungen 
so treffen, dass er das Licht von dem Fenster erhält, das von 
dem Modell am weitesten entfernt ist, während dieses letztere 
nur durch das andere Fenster beleuchtet sein muss. Daher muss 
man eine bewegliche Gardine 1) zwischen beide Fenster stellen 
und, je nachdem man nun diese mehr oder weniger öffnet, indem 
man sie wie eine Thür bewegt, fängt man das Licht des Malers 
für das Modell auf, und umgekehrt, das Lieht des Modells für 
die Blielie des Malers. 
Diese Gardine muss folglich viel länger sein, als die, von 
welcher vorher gesprochen ist. Sie muss nahe an der Decke auf 
1) Diese Gardine oder bewegliche Scheidewand ist mit Ringen versehen 
und auf ein Gestell gehängt, wie das, von welchem ich schon geredet habe.
        

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