Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1338184
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Dreiundzwanzigste Lection. 
Die 
Werkstatt. 
es geschieht sehr häufig, dass das Innere einer Werkstatt gar 
nicht dazu passend ist, um einen vortheilhaften Grund abzugeben, 
es ist entweder zu dunkel oder zu hell, oder es sind noch über- 
dies dunkle Möbel von Nussbaum oder Mahagoni, deren Ober- 
fläche sehr dunkel ist, darin. Diese Rahmen helfen Allem ab, man 
macht sie nach Belieben und verändert die Art, Farbe und Natur 
der Hintergründe in seinen Arbeiten bis in's Unendliche, wenig- 
stens, was den Ton im Allgemeinen betrifft. 
Es ist sehr unrecht, wenn man glaubt, dass man zu viel Werth 
auf einen Hintergrund legt, und dies für einen Missbrauch halt; 
dies ist im Gegentheil eine Parthie, die viel Aufmerksamkeit und 
Nachdenken erfordert. Ein sonst sehr gut gemalter Kopf kann 
auf einem schlecht gewählten Grunde gar keinen Etfect machen, 
und man sieht oft, dass die geschicktesten Künstler die Hinter- 
gründe ihrer Gegenstände oder ihrer Portraits öfter wegwischen 
und von Neuem anfertigen. 
"Dieses Mittel erspart vieles Ueberlegen; vermittelst dieser 
Rahmen verfügt man über seinen Hintergrund, hinten, auf den 
Seiten des Modells, bis man damit zufrieden ist, das heisst, bis 
der Gegenstand harmonisch hervortritt, ohne dass dadurch weder 
die Frische der Fleischfarbe, noch die Lebhaftigkeit der Haupt- 
schatten zerstört wird; denn sowohl das Eine als das Andere, wenn 
es richtig ausgeführt ist, tragt gleich viel zur Gesammtwirkung und 
Modellirung eines Kopfes und jedes Gegenstandes bei, der immer 
vom Grunde abgesondert erscheinen muss, gleichsam als wenn 
wirklich Raum und Luft ganz um den Gegenstand herum vor- 
handen wäre.  
Ist man dahin gelangt, dass man mit dem allgemeinen Ton 
des Grundes zufrieden ist, so hindert uns nichts, darauf einige 
Details anzubringen, wenn der Gegenstand es mit sich bringt; 
mithin kann man eine Architektur, ein Wohnzimmer, Felsen, Ge- 
büsch, Himmel, Meer etc. daraus machen. Allein immer muss 
man darauf sehen, dass diese Details in einer breiten, flüch- 
tigen, unbestimmten und weichen Weise angedeutet werden, 
damit nichts unruhig 1) erscheine, dergestalt, dass die Aufmerk- 
Man sagt, dass 
ein 
Grund 
oder 
irgend 
eine 
Gomposition 
unruhig 
Sei?
        

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