Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1337958
Wolken. 
Himmel, Horizont, 
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Töne, den dunkelsten brauche man im hohen Himmel von dem 
der Sonne fernsten Winkel anfangend und gehe mit schieien 
Streifen stufenweise weiter, bis an die Parthieen, wo die blaue 
Farbe mit der mehr oder weniger gelbrothen Farbe des Horizonts 
sich vermischt und unmerklich verschmilzt. Dieser Uebergang 
ganz besonders muss ganz unmerklich sein und von diesem Punkte 
an darf kein Blau mehr in den Ton kommen, sondern man muss 
den reinen Ton des Horizonts gebrauchen, den man stufen- 
weis immer heller und lichter halt, je mehr man sich der 
Erde nähert und zugleich der Seite, wo die Sonne ist. Damit 
aber diese Stelle, wo die blassblaue Farbe mit der gelbröthlichen 
Farbe zusammentrifft, unbemerkbar sei, so müssen beide Töne, 
ob sie gleich von verschiedener Farbe sind, dessenungeachtet 
von einem Grad der Helligkeit sein, sonst würde der eine in dem 
anderen Flecke machen. Die Töne des Horizonts sind sehr ver- 
schieden, durchschnittlich und am häufigsten wird es bei heiterem 
Himmel eine sehr helle Fleischfarbe sein. Nachher modificirt man 
sie nach der Natur, die man nachahmt, indem man sie entweder 
mehr roth oder weisslich, gelblich und bisweilen wohl gar etwas 
grünlich macht etc. Wenn der Himmel grosse Parthieen von Wol- 
ken hat, so mühe man sich nicht, sie mit Ultramarin zu bedecken, 
dies wäre Zeit- und lilarbenverlust; wenn es aber nur einige 
leichte Wolken sind, so spare man diese nur so leichthin, bis- 
weilen aber auch gar nicht aus. Man malt sie dann über das 
Himmelblau mit wenig Farbe, bald mit einem violetten Grau, bald 
mit einem anderen Ton, aber immer mit einem Grau aus Ultra- 
marin, mit Weiss und mit mehr oder weniger rothem oder hellem 
Ocker und bisweilen mit Carmoisinlack. Die auf der Palette ge- 
mischten Töne des Horizonts dienen nachher zu Aufhellung der 
lichten Ränder dieser Wolken, übrigens modificirt man die Töne 
mit dem Pinsel und mit einer genügenden Parthie Weiss macht 
man sie nach Belieben heller, besonders nach dem Horizont zu, 
der gemeiniglich viel heller ist, je mehr er sich der Erde nähert. 
Wenn er eine sehr reine Farbe haben soll, so nimmt man statt 
des rothen Ockers Zinnober. Endlich trägt man die Farbe, ohne 
Oel zuzusetzen, mit einem grossen dicken Borstpinsel voller Farbe 
auf und, anstatt die Striche in grossen Zügen neben einander zu
        

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