Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1337916
Mischung des Grün. 
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üir Bäume und Landschaften überhaupt weit häufiger als die 
anderen gebraucht werden, so mischt man sie auf verschiedene 
Art, je nachdem der Ton, den man haben will, oder die Natur, 
die man copiren will, es erfordert. Für das Grün im Schatten 
z. B. kann man gar kein Blau gebrauchen, sondern man muss es 
aus Schwarzblau und verschiedenem Gelb zusammensetzen, was 
sanft und sehr harmonisch ist. Will man, dass der Ton mehr 
hellgrau werden soll, wie z. B. bei Weiden im Schatten, oder bei 
gewissen fetten Pflanzen etc., so mache man es aus Schwarz, Nea- 
pelgelb und mehr oder weniger Weiss. Wenn dieses gedämpfte 
Grün mehr gelblich werden soll," so setze man mehr Dunkelgelb 
hinzu und brauche sogar die gebrannte und ungebrannte Terra. 
di Siena, nach dem Grade der Dunkelheit und der Warme des 
Gelbbraun. Das braune gebrannte Berlinerblau Nr. 22 ist, eben- 
falls sehr gut dazu. Da aber diese drei Farben überhaupt nicht 
gut decken, so sind zum Untermalen die Ocker besser zu ge- 
brauchen, indem man, wenn es nöthig ist, etwas rothen Ocker 
hinzusetzt, um sie mehr in's Braunliche zu ziehen. 
Allein bei Beendigung eines Gemäldes, wenn die grüne Fläche, 
die man eben malt, sich perspectivisch verlieren soll, so dass der 
blaugrau violette Ton der Ferne schon den Luftton anzunehmen 
beginnt, gebrauche man blos das Ultramarin, und in dessen Er- 
mangelung das Thenard'sche Blau. Das zu lebhafte Grün, welches 
diese Farben auch nur mit Neapelgelb oder gelbem Ocker gemischt, 
geben, muss man mit Krapplack oder bisweilen mit ein wenig 
rothem Ocker und fast immer mit mehr oder weniger Weiss bre- 
chen, um den Ton der Luft nachzuahmen. 
Das Grün der Wiesen und der Bäume muss immer stufen- 
Weise etwas mehr von dem Luftton der Ferne annehmen, nach 
dem Mass, wie sich diese Dinge gegen den Horizont des Gemäldes 
verlieren. Dessenungeachtet darf man sich die zufälligen Son- 
nenblicke nicht entgehen lassen, die in der Natur eine so ange- 
nehme Wirkung hervorbringen und den Maler bei der Trennung 
der verschiedenen Gründe so wesentlich unterstützen, und um die 
Monotonie des Tons in der Landschaft zu verändern, die sie, 
überall durch Wolken gleichmässig beschattet, haben würde. Diese 
beleuchteten Lichtstellen müssen einen goldigen Ton haben, jedoch
        

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