Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1337886
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Lection. 
Einundzwanzigste 
einzelner Stellen. 
Retouche 
Parthieen übermalen, wie 
malt, so würde man eben 
thieen zu retouchüen hat. 
man eine einfache Untermalung über- 
so viele Flecke machen, als man Par- 
Um diesen Nachtheil zu vermeiden, nehme man ein wenig 
gebleichtes Oel (das in der achten Lection, Seite 145 u. f. ange- 
gebene) und bediene sich dessen, so wie in dieser Lection gesagt 
worden. Nur sehr wenig trägt man davon auf und blos auf die 
Parthie, die man wirklich retouchirt. Wollte man dies Oel vorher 
auf alle die Stellen, die man retouchiren will, bringen, so würden 
sie mehlig und weisslich werden, indem das gebleichte Oel viel 
schneller trocknet, als das andere, was übrigens eine sehr will- 
kommene Eigenschaft ist, um diese Art von Oorrecturen zu machen. 
Eben dieses Oel ist auch vortreiiiich, um damit lebhafte 
und helle Farben auf schönen Draperieen lasirend aufzutragen, 
weil man bei dem Trockeniirniss befürchten muss, dass er die 
Farbe verdirbt. Indessen rathe ich, bei den Lacken und dem 
Indisch Gelb immer etwas Trockenöl hinzuzusetzen, weil diese Far- 
ben zu langsam trocknen, besonders im Winter. 
Vermittelst dieser verschiedenen Retouchen und Lasuren, wo- 
von ich eben geredet, kann man das Gemälde ganz vollenden, 
allein da alle Farben, welche dünn gebraucht werden, schwer 
trocknen, so muss man sein Gemälde nachher der Luft und dem 
Tageslicht, sogar der Sonne, wenn sie nicht zu brennend ist, aus- 
setzen, es aber allezeit gegen Staub und andere widrige Zufälle 
gut bewahren. 
man kann über die Verbindung und Uebereinstimmung des Tons mit der 
Unterlage und der Umgebung nicht richtig urtheilen, weil sie viel weisslicher 
erscheinen, wenn sie trocken sind, so dass man sich in dieser Hinsicht leicht 
irrentkann. Blos diejenigen Retouchen muss man trocken bearbeiten, die eine 
möglichst geringe Ausdehnung haben, eine freie und charakteristische Pinsel- 
führung erfordern, wie z. B. die brillanten Glanzlichter auf Metall, Glas, Sticke- 
reien und andere ähnliche Drucker, sie mögen dunkel oder hell sein.
        

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