Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1337872
Einundzwanzigste 
Lection. 
Verfahren bei dem Betouchiren blos einzelner Stellen in einem 
Gemälde, das schon zwei Mal übermalt ist und in welchem 
man nur gewisse Fehler zu verbessern oder einige Töne abzu- 
ändern wünscht, ohne Flecke zu verursachen. 
Ich nehme jetzt an, dass das Bild nach der zweiten Ueber- 
malung vollkommen trocken ist. Es ist selten, dass man nicht 
den Wunsch haben sollte, irgend eine Verbesserung vorzunehmen, 
bald um eine Parthie mehr abzudämpfen, eine andere kräftiger, 
eine dritte frischer oder warmer, bald eine andere Stelle weniger 
hart, einen Ton transparenter zu machen, bald einen Drucker 
kräftiger herauszuheben, durch Dunkelheit oder Licht, oder end- 
lich ein zu sohreiendes Licht zu mildern etc., bald für einzelne 
Parthieen, bald für die Harmonie des Ganzen. Nun ist es vor- 
theilhaft, wenn man nur die fehlerhaften Parthieen überarbeiten 
kann, ohne das ganze Bild iibermalen zu müssen, weil dies eine 
sehr beträchtliche Arbeit sein würde, bei der man überdies Ge- 
fahr lauft, das, was gut ist, zu zerstören, indem man sich nicht 
allezeit versprechen kann, schon gelungene Parthieen mit gleich 
gutem Erfolg wieder herzustellen. Wollte man nun diese Correc- 
turen tro ckenl) vornehmen und ohne weitere Vorsicht nur einzelne 
1) Trocken malen heisst auf eine trockene Parthie Farbe auftragen, 
ohne sie vorher mit Oel anznfeuchten. Das gewöhnliche Mohnöl taugt übrigens 
nicht gut dazu, weil es theils nicht weiss genug ist, theils nicht schnell genug 
trocknet, mithin auf allen retouchirten Stellen sichtbare Flecke zurücklassen 
würde. Wenn man trocken malt, so sind die Flecke weniger sichtbar, allein
        

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