Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1337748
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Zwanzigste 
Lection. 
Kleidung. 
um dunkles Grün oder Vert-Dragon hervorzubringen, indem 
es mit dunklen oder hellen Ockerarten, je nach dem Fall, 
mischt. 
man 
ver- 
Mischung, 
11111 
dunkelblaues Tuch bei 
nachzuahmen. 
der Untermalung 
Man 
mische 
dem 
schönen Berlinerblau ein 
Drittel 
dunklen 
Lack von Nr. 12, setze den zwanzigsten Theil rothem Ocker hinzu 
und ungefähr eben so viel Weinrebenschwarz oder gebranntes 
Berlinerblau. Zu den zwei hellsten Tönen mische man Weiss; 
der weniger helle dient zur Localfarbe und der hellste zu den 
höchsten Lichtern. Wie viel Weiss erforderlich ist, um den Stoff 
des Tuches nachzuahmen, muss man selbst beurtheilen. 
Aus der ersten Mischung, wovon man einen Theil zurück- 
behalten hat, ehe das geringste Weiss hinzugesetzt ist, mache man 
zwei Töne, und statt des Weiss setze man Schwarz zu, indem 
man einen Ton viel dunkler macht als den anderen, für die 
stärksten 
Tiefen 
den 
Schatten. 
Mit diesen vier Tönen (die man in genügender Menge für 
das Verhaltniss der Flache, die man damit bedecken will, haben 
muss) kann man die ganze Draperie anlegen, nur dass sie nicht 
ausreichend für Alles, was gemacht werden soll, variirt waren; 
diese Mitteltöne macht man dann mit dem Pinsel für alle mög- 
lichen Fälle, nimmt sich aber dabei in Acht, die Localfarbe und 
Lichter durch die mit Schwarz vermischten Töne zu trüben, und 
eben so wenig in die breiten Schatten Töne, die mit Weiss ge- 
brochen sind, zu mischen. 
Die angegebene Mischung kann auifallend erscheinen, in so- 
fern man zu Dunkelblau viel Lack und sogar rothen Ocker ge- 
brauchen soll. Indessen ist es schlechterdings nothwendig, um 
die allzu grosse Lebhaftigkeit und Schärfe des reinen Blau zu 
mildern, wenn man nur Weiss oder Schwarz dazu gemischt hätte. 
Ein dergleichen blauer Ton würde die Farbe des Tuchs nicht 
nachahmen, er würde dem blauen Glase oder Wachstuch ähnlicher 
sein, als wollenem Zeuge. 
Diese Mischung, ohne Rücksicht auf ihren Localton, ist zweck- 
massig, um die Leinwand damit zu decken, weil das Berlinerblau
        

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