Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1337694
Drapüll-llg- 
Gliedermann.  
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Contour nach dem Gliedermanne und behalte sorgfältig diejenigen, 
die man nach dem Modell entworfen hat.  
Wenn eine Person sich setzt oder irgend eine Bewegung 
macht, so folgt die Draperie ihren Bewegungen, und die dadurch 
entstehenden Falten sind natürlich, jedoch können sie öfter nicht 
eben glücklich gewählt erscheinen, um gleich gemalt zu werden, 
wie wir schon bemerkt haben; allein sie sind doch niemals mit 
der Bewegung und Stellung der Person so sehr in Disharmonie, 
dass daraus etwas Widersinniges und ein unmöglicher Faltenwurf 
entsteht. Anders verhält es sich mit den Falten des Glieder- 
mannes. Dieser erhält seine ihm gegebene Stellung nach und 
nach durch Versuche, er hat keine freiwillige Bewegung, mithin 
haben die Falten nichts Natürliches; der Stoff ist, in Wahrheit 
gesagt, blos durch Berührung der Hände gekrümmt, dergestalt, 
dass, wenn die Kunst dem Künstler nicht zu Hülfe käme, er 
kaum etwas Ertragliches zu copiren finden würde. 
Diese Bemerkung wird die angehenden Künstler überzeugen, 
dass, wenn die Drapirung des Gliedermannes glücklich und natür- 
lich ausfallen soll, nachdem man ihm die Stellung des Modells 
gegeben hat, es sehr schätzbar ist, wenn man bei dieser Arbeit 
durch eine Skizze oder kleine Zeichnung unterstützt wird, wobei 
man sich an das Aussehen erinnert, welches die ganze Draperie 
hatte, wie die lebende Natur sie hervorbrachte. Diese Skizze 
Client auch zur Richtschnur, um zu erkennen, wie stark die For- 
men darunter sich erkennen lassen; mithin wird man daraus er- 
Sehen, wie deutlich man die Bewegung der Hüften, der Schenkel, 
der Beine u. s. w. unterscheiden kann, und darnach wird man 
den Gliedermann drapiren 1).  
Da man Personen von verschiedener Constitution zu malen 
hat (einige sehr dick und fett, andere mager und schwach), so 
rathe ich denen, die sich einen Gliedermann kaufen, einen sol- 
chen zu wählen, der etwas dünn ist und dessen Glieder nicht zu 
stark sind, und zwar aus folgenden Gründen: 
l 
 1) Der Fabrikant des Gliedermannes ertheilt jederzeit eine gedrüßkte A11- 
leltung Voll der Art und Weise, wie er zu behandeln ist, um ihm ÖißSe Oder 
Jene Stellung zu geben, und wie er anzuziehen ist. Ich will mich also nicht 
we1ter darauf eimmsem 
        

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