Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1337648
zwanzigste 
Lection. 
Von 
den 
Kleidungen, 
den Draperien und 
sie zu behandeln. 
der 
Art 
und 
Weise 
Ich habe schon von den Farben der Kleidungen gesprochen, 
die der verschiedenen Carnation angemessen sind 1). Ich will 
über diesen Gegenstand noch Einiges hinzusetzen, ehe ich mich 
auf das Detail für die Art und Weise sie zu malen einlasse. 
Die buntscheckigen und blumigen Stoffe von Seide, Wolle 
oder auch gedrucktem Kattun sind selten geschmackvoll für die 
Malerei; die zahlreichen Einzelheiten, welche sie enthalten, scha- 
den nicht allein dem allgemeinen Elfect, mithin also auch dem 
Kopfe, sondern auch noch überdies der Deutlichkeit der Falten. 
Diese Bündel von Blumen, Streifen und Flecken ziehen das Auge 
auf sich und unterbrechen die schöne Einfachheit eines einför- 
migen Stoäes. Indessen giebt es Fälle, in welchen sie erlaubt 
sein können, weil sie bis auf. einen gewissen Punkt den Ge- 
schmack und herrschenden Gebrauch charakterisiren, wie bei den 
Shawls und gesticktem Mousselins. Bei letzteren müssen die 
Stickereien weiss auf Nesseltuch oder Gaze von eben der Farbe 
sein, so dass. sie sich blos durch die zwei verschiedenen Weiss 
unterscheiden, alsdann haben sie nichts" Hartes. Die weissen 
Stickereien unterstützen sogar den Maler, um die Durchsichtig- 
keit eines leichten Stoffes desto bemerkbarer zu machen, in so- 
fern er in ihrer Andeutung nicht zu sehr in das Einzelne geht; 
S. 237 
Lection 
Siehe die achtzehnte
        

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