Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1337613
Die 
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sie stark aufgetragen sein, sonst kann. ein -Ton wohl sehr hell, 
aber nicht leuchtend sein. Es ziemlich gleichmässig zu thun, ist 
rathsam, weil doch alle Parthieen ein gewisses Licht haben sollen 
und es besser ist, später freie Hand zu haben, dick und dünn 
zu malen, wie es am vortheilhaftesten erscheint. Die Schatten 
können auch hier schon etwas dünner gemalt werden. Aus all 
' diesem ergiebt sich, dass eine Untermalung am besten mit decken- 
den Farben und etwas heller gemalt wird, als sie später werden 
soll, letzteres auch schon, weil alle Oelfarbe immer etwas nach- 
dunkelt. 
3) Die Uebermalung. Weil schon Farbe genug aufgetragen 
ist, kann nun etwas dünner gemalt werden, und weil alle Oel- 
farbe (wenige Farben ausgenommen), immer in etwas durchsichtig, 
einen schöneren Ton giebt, wenn sie dünn, d. h. aber über hel- 
lere Farben aufgetragen wird. Gleiehmassigkeit des Auftrags der 
Farbe, wenigstens in den an Helligkeit und Dunkelheit je glei- 
chen Parthieen ist immer nothwendig, weil ein zu willkürlicher 
Auftrag leicht fleckig auftrocknet. Genügt die Uebermalung nicht, 
so kann und muss sie wiederholt werden. 
 4) Die Retouche, wenn in einem mehr oder weniger trans- 
parenten und mehr oder weniger dunklen Ueberzug nochehinein- 
gemalt wird, oder die Lasur, wenn mit durchsichtigen Farben 
der Ton der Färbung und Dunkelheit im Ganzen verändert wer- 
den soll. 
Jede dieser Arbeiten darf nur vorgenommen werden, wenn 
die vorhergehende vollkommen trocken ist, was durch die Art 
der Consistenz eines Stiickchens Farbe beim Abschaben mit dem 
Nagel am leichtesten gesehen werden kann (S. 33); Ordnung 
und Reinlichkeit bei allen diesen Arbeiten sind wesentliche Be- 
dillgllngen für die Dauerhaftigkeit derselben. 
Es ist vielfältig darauf aufmerksam gemacht worden, dass 
die eigenthümliche Schönheit der Oelmalerei durch die in ihrer 
Natur liegenden mannigfaltigen Grade und Arten grösserer oder 
geringerer Durchsichtigkeit hervorgebracht wird. Dies kann in 
zwei ganz verschiedenen Weisen zur Erscheinung kommen, ent- 
weder Wenn mit mehr oder weniger durchsichtigen Tönen, dicker 
oder dünner, immer aber wenigstens etwas dunkler über hellere
        

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