Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1337596
Palette. 
Die 
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9) Schattenton, dunkler als 8, warm. Der Hauptcontrast der 
Schattenmasse gegen das Licht, muss darin wieder- 
gegeben sein. 
10) Schattenton, je nachdem es rathsamer erscheint, entweder 
dunkler als 9, für tiefere Schattenparthieen, oder heller 
als 9, für reflectirte Massen, immer aber dunkler als 8. 
Die Töne 1, 2, 3 und 4 dürfen nie Blau enthalten, sowie 
eine wirkliche beleuchtete Fleischparthie gemalt wer- 
den soll 1), die bläulich erscheinenden Töne der Glanzlichter oder 
das Roth der Wangen müssen durch Contraste hervorgebracht wer- 
den. Auf einem gelblichen Ton, wo z. B. der lichte Ocker vorherr- 
schend, wird ein hellerer nur aus Kaiserroth und Weiss gemischter 
schon ziemlich kalt, aus Zinnober und Weiss schon sehr violettlich, 
aus Lack und Weiss ganz bläulich erscheinen, und ebenso verliert 
bei dem tieferen rothen Ton, sowie Blau hineinkommt, der Ton 
den Charakter des wirklichen Lichtes. Die Töne 5 und 6 stehen, 
was die Farbe betrifft, den Lichtern noch ziemlich nahe, wäh- 
rend der Ton der Dunkelheit schon stärker abweichen kann. Die 
Schattentöne müssen den Totaleifect der Schattenmasse gegen 
das Licht wiedergeben, was Dunkelheit und Farbe betrifft, also 
um wietviel bräunlich, grünlich etc. dieselbe gegen den mehr gelb- 
lichen oder röthlichen Fleischton der Lichtmasse erscheint. 
In einfacherer Weise, aber nach denselben Gesetzen ist die 
Palette für Gewänder und andere Gegenstände aufzusetzen, immer 
Würde Glanzlicht, Localton, Halbton, Uebergangston und Schatten 
Zu unterscheiden sein, immer der Halbton gebrochener, als das 
Licht, der Uebergangston noch gebrochener und kälter als der 
Halbton sein müssen, und zwar würden diese Töne sich nicht 
nur aus dem Hellen in's Dunkle, aus dem Brillanten durch kalte 
Töne in den warmen Schattenton ziehen, sondern auch unter 
einander in gewissen Contrasten stehen müssen. Nur durchsichtige 
und mehr oder weniger blanke, d. h. irgend welche Spiegelung 
noch aufnehmende Gegenstände können von dieser Regel als Ausnah- 
1) Ausgenommen ist natürlich ein wirklich bläulicher Localton, etwa. einer 
Ader, oder in ügurenreichen Bildern, weiter zurückstehende, die dann aber 
gegen das volle Licht vorn in die Reihe der Halbtöne gehören.
        

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