Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1337566
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Rückblick 
und Zusatz. 
Zusammenstellung, so beruht die Schönheit der Farbe eines 
Gemäldes, freilich nicht schematisch berechnet oder überhaupt 
berechenbar, sondern aus der feinen Empfindung des Künstlers 
hervorgegangen in der unendlichsten Veränderung und Mannig- 
faltigkeit wesentlich auf dem Contrast der Farben, und nur so ist 
es möglich, einen eintönigen Gegenstand mit wenig variirenden 
Localfarben doch brillant zu coloriren. 
Immer bleibt die aufmerksame und treue Beobachtung der 
Natur der einzig untrügliche Lehrer und Wegweiser in diesem 
Labyrinth mannigfaltigster Verschiedenheit, deren Einzelheiten 
sich nicht aufzählen lassen, immer wird sie die oben angeführten 
Gesetze in etwas veränderter Erscheinung, aber immer richtig 
wiederfinden.  
Die 
Palette. 
Für den Anfänger, zumal wenn kein erfahrener Lehrer ihm 
helfend zur Seite steht, wird die in den vorigen Lectionen 
ausführlich dargelegte Methode Bouvier's ein nicht zu unter- 
schatzendes Hiilfsmittel, wahrscheinlich wohl das beste sein, indem 
es ihm nicht nur eine Anschauung von der Mannigfaltigkeit der 
mit den ursprünglichen Farben zu erreichenden Töne giebt, son- 
dern auch vorzüglich, weil es ihm jedenfalls Töne darbietet, die 
denen, welche nachgeahmt werden sollen, ausserordentlich nahe 
liegen, und durch diese offen daliegende Möglichkeit der Verglei- 
chung ihm erleichtert wird, klar zu sehen, welche Farbe noch 
hinzugenommen werden muss, um den erstrebten Ton zu erlangen. 
Hat er hierin genügende Uebung und Sicherheit erlangt, so wird 
ihm angerathen, die Palette zu vereinfachen. Siehe. achtzehnte 
Lection, S. 232. 
Indess auch so, bei vereinfachter Tonreihe erhält der Maler 
nur Töne, die für jeden speciellen Fall immer dieselben sind. Es 
ist dies gewissermassen nur eine sehr praktische, die technische 
Arbeit erleichternde Vermehrung der ursprünglichen Farben, die 
aber ohne alle Rücksicht auf den gerade darzustellenden, indivi- 
duellen Gegenstand gemacht worden ist 1). 
Siehe 
sechszehnte, siebzehnte, achtzehnte Lection.
        

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