Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1337549
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Zusatz. 
Rückblick und 
reinen und brillanten Farben, diese werden etwas ge- 
brochener in den Flächen, die sich vom Beschauer, d. h. 
also vom Maler, abwenden, die aber von einer anderen 
Seite gesehen noch ebenfalls in vollem Lichte sein wür- 
den. Gebrochene und zugleich in das Kalte, d. h. Blau- 
liche übergehend sind alle Flächen und Stellen, die sich 
vom Lichte abwenden und zwar in _dem Mass, als sie "sich 
von diesem abwenden, so dass die den Schatten zunächst 
liegenden dunkelsten Halbtöne, die verhältnissmässig zu- 
gleich gebrochensten und kältesten sind. Die Schatten 
dagegen sind warm in der Farbe, da sie überall von Re- 
flexen erhellt und durch die dazwischen liegende Luft- 
schicht gemildert werden. 
Dieses Gesetz der Farbe erscheint in gerade ebenso unend- 
lichen Veränderungen, als die Erscheinung der Gegenstände" und Zu- 
stände unendlich mannigfaltig nach ihrer Natur und nach den Um- 
standen ist. Es werden daher nur ganz allgemeine Richtungen der 
Beobachtung angedeutet, wenn darauf aufmerksam gemacht wird, 
dass bei einer kalten Beleuchtung auch die Lichtparthieen kälter im 
Ton erscheinen,  dass je warmer die Beleuchtung, um so wärmer 
der Ton derselben Lichtparthieen sein wird. Daher im ersten 
Fall die kalten Halbtöne weniger contrastirend mit dem Licht, 
als im zweiten, die Gesammtmasse des Lichts umgekehrt im ersten 
Fall contrastirender gegen die warme Schattenmasse, als im 
zweiten. Es ist ebenfalls nur eine ganz allgemeine Andeutung 
einer Seite der Beobachtung, wenn darauf aufmerksam gemacht 
wird, dass die verschiedene Natur der Gegenstände, ob ein 
Körper fest oder weich, undurchsichtig oder durchsichtig, von 
rauher oder glatter Oberfläche ist, einen wesentlichen Einfluss 
auf die Farbe ausübt, dass die Lichtmasse rauher, fester und 
undurchsichtiger Gegenstände gleichartiger und leuchtender im Ver- 
hältniss erscheint, als die glatter, weicher und durchsichtiger Ge- 
genstände, bei denen der Contrast der Gesammtfarbe im Licht ge- 
gen die stark reflectirten oder transparenten und warmen Schatten 
um so starker bei sonst gleichen Verhältnissen hervortreten wird. 
Beim Fleisch kommen alle diese Bedingungen und Umstände 
in grösster Mannigfaltigkeit und Abwechselung auch bei einer und
        

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