Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1337426
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Neunzehnte 
Lection. 
Lasur. 
fast niemals gut, weil man in den Ton lichte und undurchsich- 
tige Farbe mischen muss, wie z. B. Weiss oder Neapelgelb. Da 
diese Farben an und für sich undurchsichtig und hell sind, so 
machen sie über Töne, die dunkler sind, einen unangenehmen 
EHect, ungefahr wie eine Lage von Staub. 
Dies Verfahren ist nur am Platze, wenn man Nebel, Rauch 
oder Staubwolken malen will, die sich in die Luft erheben; allein 
bei diesen Arten des Effects muss man blos graue und bläuliche 
Töne anbringen und sehr selten Gelb dazu mischen, weil diese 
Farbe dem Auge zu nahe kommt und brillanter ist, als selbst 
das Weiss. 
Wenn man also glaubt, eine nahe Flache heller machen zum 
müssen, so muss man sich entschliesseu, diese Stelle ziemlich 
dick zu übermalen (impastiren), um das Untere ganz zu decken, 
aber nicht lasiren; allein zur Erleichterung dieser Arbeit bereite 
man das Untere so vor, wie wir in dem Artikel von den Re- 
touchen angeben werden.   
Ob ich mich gleich eben jetzt des Ausdrucks dick übermalen 
(impastiren) bedient habe für die Uebermalung einer Parthie, 
die man heller machen will, so hüte man sich doch, die Farbe 
zu dick daraufzutragen, dies würde eine sehr unangenehme Stö- 
rung des Gesammteindrucks verursachenydenn die Parthie, welche 
dickere Farbe hat als die übrigen, würde sich als ein wirklicher 
Vorsprung auf der Leinwand dem Auge darstellen, und also 
eine schlechte Wirkung hervorbringen. 
Bei Uebermalung einer einzelnen Parthie achte man also 
darauf, diese nur so stark zu impastiren, als eben nöthig sein 
wird,'das Untere zu decken, damit nicht dadurch diese Retouche 
"trüb und nebelicht, aber auch ohne merkliche Erhabenheit werde, 
was das Auge beleidigen würde. 
Ist diese Retouche einmal trocken, so bangt es von uns ab, 
noch einmal mit der Lasur darüber zu gehen, oder sie durch 
einige geistreiche Striche in den Lichtern interessant zu machen. 
Das darf man aber nie vergessen, dass, wenn man lasirt, 
dieses immer mit einem dunkleren Ton geschehen muss, als die 
Unterlage, und ja niemals dem zuwider handeln. Daher ist es 
gut, die Untermalung überhaupt in einem helleren und leuchten-
        

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