Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1337372
Hände, 
Arme, Brust; 
6120  
etc. 
293 
wohl 
Männer 
als 
Frauen. 
Kann 
man 
schöne 
Hände 
und 
eine 
schöne Brust malen, so wird es nicht 
res zu machen, und wenigstens wird 
können, um die Form zu veredeln. 
schwer fallen, etwas Ande- 
man leicht etwas ergänzen 
Bei allen diesen Parthieen ist die Behandlung der Farbe die 
nämliche, wie bei dem Kopfe; sie verlangt blos mehr Dreistig- 
keit in der Ausführung und überhaupt einen noch gesättigteren 
Auftrag, jedoch ohne Uebertreibung. Die Palette, welche man 
für alle Parthieen ausserhalb des Kopfes anstellt, muss im Allge- 
meinen viel einfacher, aber in grösserer Masse sein; man braucht 
keine so grosse Abwechselung von Tönen, und übrigens kann 
man sie sich mit dem Pinsel in allen möglichen Fällen ver- 
schaffen. Die Dicke der Pinsel muss man nach dem Umfang 
der grossen Parthieen wählen, die man zu decken hat, und es ist 
besser, die Grösse zu übertreiben, als sie zu klein zu gebrauchen, 
denn die Farbe muss in Masse und dick aufgetragen werden. 
Um nichts zu vergessen, so empfehle ich den Anfängern, 
Arme, Brust, Hände etc. mit dem Fleischton des Kopfes zu 
malen, will sagen, beider Localton muss in Harmonie sein. Denn 
wenn man Arme, Brust etc., eines blonden, weissen und zarten 
Frauenzimmers zu dem Kopf einer Brünette malen, oder das 
Gegentheil thun wollte, so würde eine solche Missstimmung, oder 
vielmehr die Unmöglichkeit einer solchen Vereinigung, selbst dem 
ungeübtesten Auge einleuchten. Wir haben schon gesagt, dass 
man bei Portraits, besonders weiblichen, allzu dürre und magere, 
zu dicke und zu starke Formen zu vermeiden hat, und ebenso 
alle besonders auffallenden Mängel. Es hindert dieses nicht, die 
Art der Gestaltung einer Person bis auf einen gewissen Punkt 
Zll charakterisiren, allein anstatt sie zu übertreiben, oder diese 
Mängel sclavisch zu copiren, muss man sie mässigen und ein 
wenig verbergen. Zu grosse Genauigkeit in diesem Punkt würde 
Sowohl dem Beschauer, als dem Modell missfallen. Die Augen, 
die Nägel, den Zwischenraum der Finger deute man nicht hart 
und trockenlan, denn diese Art Harten sind gerade in den Ver- 
suchen der Anfänger gewöhnlich. Den Zwischenraum der Brüste 
markire man nur durch sehr zarte Schatten oder Halbtöne; nichts 
ist unäraciöser, als solche schmale und zusammengedrängte Brüste,
        

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