Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1337320
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Achtznhntl 
wztion. 
TIebermzlJung. 
sie die Verschiedenheiten zwischen einigen Verfahrungsarten bei 
der Untermalung, und denen, welche man bei der Vollendung der 
Untermalung an ihre Stelle setzt, Wohl von einander zu unter- 
scheiden verstehen; sie haben mehr Bezug auf den Gebrauch 
gewisser Farben, als auf die Manier, mit welcher man die Masse 
selbst und die Abtönung des (lolorits überhaupt behandeln muss. 
Indess muss ich sagen, dass, wenn ich nicht die Absicht gehabt 
hätte, durch die einzelnen Erklärungen bei den Untermalungen 
zweien Zwecken zugleich zu genügen, ich mich über die Feinheit und 
den Reichthum des Colorits nicht so sehr verbreitet haben würde; 
denn beieiner blossen Untermalung ist so viel Mühe nicht noth- 
wendig; es ist sogar besser und für das Gelingen des Werkes 
weit vortheilhafter, gewisse Töne einer Untermalung nicht so zu 
malen, dass sie der Wahrheit des Originaltons vollkommen gleich 
zu sein scheinen, sondern damit sie in der Folge durch die in 
halber Durchsichtigkeit darüber gelegten Töne es werden sollen, 
die man bei der Uebermalung auf die Untermalungf trägt. So 
sehe man z. B. in dieser Lection S. 244 u. f. die Vortheile nach, 
die man aus der Untermalung ziehen kann, das heisst, die vor- 
bereitenden Töne einer Untermalung, um dadurch in der Folge, 
indem man sie mit anderen gemischten 'I'önen leicht wieder über- 
geht, die geheimnissvollsten und feinsten Töne zu erhalten, und 
zugleich die wahresten bläulichen, violetten, oder die leichten grau- 
grünlichen röthlichen Halbtöne etc., obgleich die verschiedenen 
Mischungen oder Töne, die man in der That anwendet, um diese 
Wirkungenhervorzubringen, weder auf der Palette, noch durch 
sich selbst den Ton haben, der durch das Uebertragen und durch 
diese halbe Durchsichtigkeit erst entsteht. 
Eben so schätzbare Vortheile hat man bei den Schatten, 
wenn man sie bei der Untermalung in einem warmen, leichten 
und durchsichtigen Ton gemischt hat, und man sie in der Folge 
mit gebrochenem grünlichen Braun übergeht", je nach dem Fall 
und der gehörigen Abstufung der Stärke. Dadurch vermeidet 
man zu körperlich und mehlig 1) zu werden. 
1) Siehe S. 246, wo von diesen undurchsichtigen und mehligeu 
Rede ist, und wie man sie bei der Arbeit zu vermeiden hat. 
'J'önen die
        

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