Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1337311
Von 
grüssw 
Fleis( 
mrthievi] 
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lailegt, so mildere man diese Fehler, man copire sie nicht scla- 
visch; auch modiiicire "man den allgemeinen Ton, wenn er nicht 
anmuthig genug sein sollte, das heisst, zu roth oder zu braun etc. 
Man verschönere ein wenig, aber mit Geschick, so dass man nicht 
sagen kann, das ist der Körper, der Arm, der Hals, die Schul- 
tern oder die Brust von einer anderen Person, man muss die Eigen- 
thümlichkeit des Originals, obgleich bis auf einen gewissen Punkt ver- 
schönert, wieder erkennen, und Niemand wird uns deshalb tadeln. 
Ich will dasjenige, was ich über die Behandlung des Pinsels 
gesagt, hier nicht wiederholen, ebenso wenig über die Methode, 
die man beim Mischen und den Versuchen der verschiedenen Töne 
auf der Palette, bevor man sie auf das Bild aufträgt, zu befol- 
gen hat, und mehrere andere Belehrungen, die alle auf die Praxis 
hinauslaufen 1); allein ich will meine Leser daran erinnern, dass 
man unter allen Umständen den Pinsel und die Farbe in dem 
Sinne der Form und der Muskeln, die man malt, liihren muss. 
Man sieht wohl ein, dass wenn man, um eine Parthie abzurun- 
den, z. B. einen Busen, einen Hals, eine Schulter, einen Arm etc., 
von oben nach unten streichen wollte, anstatt sie im Halbzirkel 
oder durch krumme Linien in Gestalt von Zirkeltheilen anzulegen, 
unsere Arbeit der Form, die man vor Augen hat, ganz zuwider 
sein würde, Weil die Pinselstriche mit dem darzustellenden M0- 
dell im Gegensatz sein würden. Eben so verhalt es sich bei 
den Gewändern, Möbeln, Haaren etc., mit einem Wort, bei allen 
Gegenständen, die man maltß). 
Ich muss meinen Leser auf die sechszehnte Lection verwei- 
sen. Er wird wohl thun, sie wieder ganz durchzulesen, und vor 
Anfang eines neuen Studiums jedes Mal zur Hand zu nehmen, 
es sei bei der Untermalung oder bei Beendigung derselben, gleich- 
viel, und er wird alle die Details, die ich zur Erleichterung der 
ersten Versuche zergliedert habe, in frischem Andenken behalten. 
Ich rechne übrigens auf den Scharfsinn meiner Leser, dass 
1) Man sehe in der sechszehnten Lection S. 175 u. f., und die Seiten 194, 
202, 248, 259 u. 260; auch die siebzehnte und achtzehnte Lectjon, 
2) Insbesondere sehe man die siebzehnte Lection S. 199, wo ausdrücklich 
empfohlen wird, die Farbe mit dem Pinsel immer nach der Form zu führen, 
die man nach dem Modell zu erreichen sucht.
        

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