Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1337292
Nacken. 
Vom Hals, Schuhaern, 
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ser Töne wird uns die Natur an die Hand geben, öfters werden 
auch verschiedene Parthieen des Halses aIn verschiedenen Orten 
einen oder den anderen dieser Töne gebrauchen, ja sogar bis- 
weilen ein gewisses Amalgam aller dieser Schattirungen auf ein 
Mal. Man probirt und versucht mit Sorgfalt den rechten Ton, 
er ist gemeiniglich so fein, dass er im Anfang fast unerreichbar 
zu sein scheint. 
Es ist übrigens sehr wichtig, ihn richtig anzugeben, sonst 
riskirt man, blos eine braune und schmutzige Farbe darzustellen, 
und doch muss er schlechterdings gefärbt sein, sonst würde der 
Hals weder auf der Verticalfläche, noch dem Gesicht ferner er- 
scheinen. Es giebt einige Fälle, in welchen diese Regel nach 
der Stellung des Modells eine Abweichung erleidet. 
Die Höhe der Schulter, da wo der Hals ansetzt, nimmt an 
den abweichenden Grenzen einen mehr goldigen Fleischton an, 
das heisst einen solchen, der mehr oder weniger inls Röthliche 
fallt. Dies kommt daher, dass wir auf dieser Stelle einen sehr 
dicken und starken Muskel haben, den man das Trapez  nennt. 
Uebrigens geschieht es fast immer, dass die dicken Muskeln diese 
leichte Färbung annehmen, weil die Haut viel dicker ist, als an- 
derswo. Indessen muss dieses hier nur als eine allgemeine An- 
deutung betrachtet werden. Es giebt viele Frauenzimmer, deren 
Halsmuskeln nicht so weiss sind, als die Looaltöne des Gesichts, 
und andere, bei welchen man eine entgegengesetzte Bemerkung 
machen kann. Es giebt also "in dieser Hinsicht gar keine ab- 
solute Regel, und es bleibt die sicherste von allen diese, das zu 
malen, was man sieht, nirgends etwas zu übertreiben, und alle 
Töne lieber etwas reiner als etwas brauner zu halten. 
In Befolgung dieses Grundsatzes muss man sorgfältig zu ver- 
meiden suchen, bei mageren Personen die beiden Hauptmuskeln 
 1) Das Trapez ist ein grosser Muskel, welcher den ganzen hinteren Theil 
des Halses einnimmt und sich nachher über einen Theil der Schultern er- 
streckt, den man allgemein den Nacken nennt, und das Schulterbein oder die 
Sehulterblätter bedeckt, indem er sich hinten in eine Spitze endigt, genau wie 
eine spitze Kappe, daher man ihn bisweilen Kappenmuske], bisweilen 'l"rapez 
nennt.
        

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