Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1337096
die 
man 
Wie 
Auä 
malen muss. 
265 
und erinnere sich an das, was über diesen letzteren Theil bereits 
erwähnt worden ist 1). 
Ich habe anderwärts gesagt, dass die Stirn und ein Theil 
der Nase gemeiniglich der Sitz ist, auf welchem sich die höch- 
sten Lichter beünden, und dieses ündet allezeit Statt, wenn man 
einen Kopf in gerader und aufrechter Stellung malt, sowie man 
ihn gewöhnlich tragt. Ich will nicht unterlassen, eine Bemer- 
kung zu machen, die sich in dieser Hinsicht Obigem anschliesst. 
Alte Personen und von sanguinischem Temperament haben öfters 
rothviolettliche Nasen, mithin ist ihre Nase weniger weiss und 
nicht so hell, als die benachbarten Theile. Allein dessenunge- 
achtet ist sie beleuchtet, so dass sie, ohne Rücksicht auf ihre L0- 
calfarbe, dennoch eine oder zwei lebhaft brillante Stellen hat, die 
sich fast immer am Ende der Nase, auf dem Rücken derselben, 
wenn es eine Adlernase ist, befinden, zuweilen auch zwischen der 
Stirn, wo die Nase anfangt, wenn man diese Parthie dunkel ge- 
macht hatß). In diesen Fallen muss man malen, was man sieht, 
aber nichts übertreiben, weder in der Form noch in dem röth- 
lichen Ton, sonst verfällt man in Carricatur. Vlan muss im Ge- 
gentheil diese Art Fehler, besonders in weiblichen Portraits, ver- 
meiden. Kein Mensch wird es übel nehmen, wenn man sich 
nur nicht zu sehr von der Wahrheit entfernt, sondern auf eine 
milde Weise. 
Ebenso verhält es sich mit allen Fehlern von Personen, de- 
ren Portraits man zu machen hat, wovon es einige giebt, die man 
ganz vermeiden muss, wenn sie blo-s vorübergehend sind, oder "zur 
Aehnlichkeit nichts beitragen. Dergleichen sind rothe Flecke und 
 
1) Man sehe S. 204, wie man das Weisse in den Augen zu behandeln hat. 
2) Es ist nicht unnütz, hier zu bemerken, dass die stärksten Jiehten Stellen 
Sich nicht immer auf den erhabenen und hervorspringenden Theilen befinden. Sie 
sind öfters i-n einigen Vertiefungen sehr bemerkbar, wenn das volle Licht hin- 
einfällt: so ist dies oft der Fall nahe bei den Thiränenwinkeln, und selbst tiefer 
zwischen der Nase und dem Anfang der Wangen, in den Vertiefungen der 
Hände und zwischen der Sonderung der Finger, 5053m ein Stßrkeß Lißht Zwi" 
sehen ihnen eindringen kann. Es geschieht dieses auch oft bei gehöhlten Fal- 
ten der Gewänder, oder bei jedem anderen Gegenstande, welcher die Gestalt 
eines Hohlziegels hat etc.
        

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