Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1337061
262 
Achtzehnte 
Leotion. 
Ueberrnalung. 
oder Intensität man nicht durch Zusatz von Neapelgelb oder an- 
derem Gelb modiüciren kann, wie dieses bei den grünen und hell- 
braunen Farben etc. geschieht. Uebrigens versetze man blos die 
Halbtöne mit Weiss oder Hellgelb, und niemals die starken Schat- 
ten, besonders wenn man eine Arbeit vollendet. Die starken 
und tiefen Schatten müssen vielmehr mit dunklen und durchsich- 
tigen Farben lasirt werden, die uns verstatten, die Intensität des 
Schattens zu modificiren, indem man die Lasur mehr oder weni- 
ger dick aufträgt, je nachdem es der Gegenstand erfordert. 
Man muss wohl bemerken, dass hier blos von den Schatten 
die 
ist ä 
Rede 
denn 
Parthieen, 
hellen 
die 
nicht 
des Fleisches, 
allein 
sondern auch aller Arten Draperieen, muss man durch Weiss auf- 
hellen, wenn Gelb sie schmutzig machen würde, und nur alle die- 
jenigen Nuancen durch Hellgelb, wo dieses die Localfarbe des Ge- 
genstandes nicht verdirbt. 
Um die Gesammtfarbe einer Draperie oder irgend einer an- 
deren grossen Parthie in Uebereinstimmung zu bringen, muss man 
sich einer allgemeinen Lasur bei der zweiten und noch mehr bei 
der dritten Ueberarbeitung des Gemäldes bedienen 1). Diese La- 
suren müssen mit Farben gemacht werden, welche dem Localton 
des Gegenstandes analog sind. 
Wenn man auch nur ein wenig auf die Wirkungen der Maler- 
kunst aufmerksam ist, so wird man die Erscheinungen, welche 
sie hervorbringt, bewundern. Ich will nur ein merkwürdiges 
Beispiel davon anführen, das unsere ganze Aufmerksamkeit ver- 
dient, wegen der allgemeinen Schlüsse, die man daraus her- 
leiten kann, nämlich folgendes: Man malt auf einer ebenen Flache. 
auf welche das Licht überall gleich stark sich ausbreitet. Ver- 
mittelst einer Auswahl von Farben, welche man zu treifen weiss, 
nicht nur für die Mischung, sondern auch unter der verschieden- 
artigen Natur derselben, da es sowohl körperliche als durchsich- 
tige und leichte giebt, kann man das Auge so täuschen, dass die 
Parthieen, welche beschattet sein sollenywirklich in Dunkelheit 
zu sein scheinen, obgleich das Tageslicht auf dem Gemälde sie 
eben so stark erleuchtet, als die Lichter.  
Man 
den 
sehe 
Lasiren und Retouchiren. 
VOIY) 
Artikel
        

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