Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1336951
der Farben. 
Ueber die Zusammensetzung 
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Verlangt man aber keine sehr glänzende irothe Farbe, so macht 
man die Mischung sogleich, und will man ein trübes Roth mischen, 
wie z. B. rothen Ocker, so setzt man sehr wenig Blau zu der 
Mischung, was hinreichend ist, um dem Roth seine Lebhaftigkeit 
zu benehmen. 
2) Indem man Blau und Gelb zusammenmischt, und je nach- 
dem man eine oder die andere Farbe vorherrschen lasst, erhält 
man lebhafte und reine grüne Farben von allen Schattirungen. 
Will man ihnen etwas von ihrem Glanze nehmen und sie bis in's 
Unendliche verändern, so setzt man mehr oder weniger Carmoi- 
sinlack hinzu. 
3) Das vollkommene Violett erhält man aus Carmoisinlack mit 
Blau vermischt, und macht es roth- oder blauviolett, je nachdem 
man von einer dieser beiden Farben mehr oder weniger hinzusetzt. 
Will man den violetten Ton abdämpfen und daraus irgend ein 
Grau oder Braun verfertigen, so setzt man mehr oder weniger 
Gelb hinzu, oder auch mehr oder weniger Blau oder rothen Lack; 
und da wir schon bemerkt haben, dass man alle diese Töne von 
den dunkelsten bis zu den hellsten erhalten kann, indem man zu 
der Färbung mehr oder weniger Farbe hinzusetzt, so ist leicht 
einzusehen, dass man mit diesen drei ursprünglichen Farben alle 
verlangten Schattirungen hervorbringen kann. 
Indessen ist es erlaubt, wenn man in Aquarell malt, auch 
andere Farben zu gebrauchen. Viele Künstler setzen noch chine- 
sische Tusche, Sepia, Zinnober, selbst Ocker, Terra di Siena etc. 
hinzu, aber niemals Weiss und Neapelgelb; diese zwei Farben, 
weil sie zu stark decken, sind in dieser Art Malerei unnütz. Die 
zuvor genannten Farben können durchsichtig genug werden, wenn 
man sie als sehr leichte Tinten gebraucht. Es ist aber doch der 
Fall, dass "gewisse Aquarellmaler von dem Weiss massigen Ge- 
brauch machen (allein diese Fälle müssen selten sein, und noch 
besser ist es, wenn es nicht geschieht), wenn man z. B. in einer 
Parthie einen duftigen Rauch ausdrücken, oder wenn man ohne 
viele Mühe einen feuchten Nebel darstellen will, so wie man ihn 
rings um einen Wasserfall sieht, der sehr hoch herabstürzt. Um 
dies zu bewirken, trägt man eine kaum merkliche Lage von reinem 
Weiss auf, damit ihre ausserordentliche Zartheit die unteren
        

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