Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1336833
Hintergründe. 
Bekleidung. 
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grunde uns behülflich sein können, einigeParthieen der Figur, 
die im Lichte sind, kräftig abzusetzen. Ueberlegen, Versuchgn 
muss man. Hier wagt man wenig, wenn man auch die Farbe 
quält und martert: etwas mehr oder weniger Reinheit in den 
Tönen des Grundes hat keinen weiteren Einiiuss, das Wesentliche 
bleibt immer dieses, dass der (liegenstand dadurch hervortritt, 
dass er sich gut davon loshebt, dass er Raum hinter sich hat, 
und besonders. dass das Portrait nicht auf den Grund angelehnt 
zu sein scheine, wie eine ausgeschnittene Figur auf einem Licht- 
schirm. Wenn man kann, so hole man sich Rath in guten Ge- 
mälden,  oder wenigstens in guten Kupferstichen; man muss 
über die Wirkung besonders nachdenken und sich bemühen, das 
Warum und den Beweggrund zu einer jeden Sache zu entdecken; 
denn nichts ist von ungefähr gemacht. Eben diese Aufmerksamkeit 
verwende man auf die Wahl der Farben in den Gewändern; sie 
müssen dem mehr oder weniger lebhaften Coloriti des Modells 
günstig 1) und dem für das Alter, den Stand und die moralische 
Lage Schicklichen nicht entgegen sein. 
Hierin muss der Geschmack entscheiden und nicht die Phan- 
tasie der Person, die sich malen lässt. Denn obgleich die Frauen 
im Allgemeinen ihren Vortlieil, wenn es die Toilette betriiict, recht 
gut verstehen, so täuschen sie sich doch auch sehr oft darüber. 
Da. kann auch einmal eine braune und von der Sonne verbrannte 
Person bemerkt haben, dass ein Stoff von blauer oder zarter 
Lilafarbe die Reize und die schöne (Jarnation einer Blondine be- 
Wunderungswürdig hebt, 
liehen Putz Wählen, der 
machen wird. 
sich 
und 
und sie wird für 
sie noch brauner 
selbst einen ähn- 
gelber als zuvor 
Goldgelb und Roth sind keine vortheilheften Färben für Blon- 
dinen; Schwarz und Violet stehen ihnen besser, sowie Dunkelgrün; 
Selbst Rosa. ist ihnen nichl: ungünstig, wenn sie nicht zu blass sind; 
allein die braunen Farben kleiden ihnen noch besser, wenn sie 
ein wohlgenährtes und frisches Aussehen haben. Die weisse Farbe 
Passt für alle Oarnationen, allein das volle Weiss, wie der Canne- 
1) Man lese darüber die guten Schriftsteller, 
habe", besonders den Lairesse. 
welche diesen Theil 
behandelt
        

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